Bonn - Sex-Skandal bei einer großen Bonner Bank. Ausgerechnet der Datenschutzbeauftragte des Kreditinstituts soll mehr im Internet gesurft als gearbeitet haben. Der Mann wurde fristlos gefeuert. Peinlich, peinlich: Auf der langen Liste seiner Internet-Kontakte waren jede Menge Porno-Seiten.
Da hat die Bank wohl den Bock zum Gärtner gemacht. Auf sage und schreibe 47 kleinbedruckten Seiten wurden Tausende Klicks von Ottmar K. (60, Name geändert) ins World Wide Web dokumentiert.
Für seinen Job als „Beauftragter für Geldwäsche, Datenschutz und Sicherheit“ brauchte er viele dieser Internetseiten bestimmt nicht. Denn das Geldinstitut wirft K. vor, von seinem Rechner ungeniert Pornobilder angeschaut zu haben - während die Kollegen schufteten.
Dabei hätte der Datenschutzbeauftragte es besser wissen müssen: Laut dem Anwalt der Bank gibt es seit dem Jahr 2001 eine Arbeitsanweisung, die die „Nutzung des Internets für private Zwecke untersagt“. „2008 wurde diese Regelung aktualisiert“, so der Jurist.
Als die Gewohnheiten von K. ans Licht kamen, handelten die Verantwortlichen. Sie sprachen eine fristlose Kündigung aus. „Ein absoluter Vertrauensbruch, die Wellen schlugen intern hoch“, kommentierte der Anwalt. Der Porno-Skandal ist seither das Tuschel-Thema bei den Anzugträgern der Kasse.
K. zog mit Hilfe eines Godesberger Fachanwalts vors Arbeitsgericht und klagte gegen die Kündigung. Im Gütetermin spielte sein Advokat auf Zeit: „Ich muss mir die Liste mit den Internet-Adressen erst mal genau ansehen und prüfen, ob mein Mandant wirklich während seiner Arbeitszeit gesurft hat.“ Beide Seiten wollen sich in den nächsten Wochen außergerichtlich einigen.
K. selbst wäre am liebsten im Erdboden versunken. Mit hochrotem Kopf nahm er an der Verhandlung teil, sagte nichts. Mit gutem Grund. In der Akte der Gegenseite sah EXPRESS den Sprengstoff, der ihn wahrscheinlich den Job kosten wird: leicht bekleidete Frauen einer einschlägigen Sex-Seite...
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