Bonn - Sie strahlten um die Wette: Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann herzte ihren Nachfolger Jürgen Nimptsch. Es flossen ein paar Tränchen und ein paar Kölsch.
Doch schon Minuten später war der neue OB ganz Staatsmann: „Ich werde in den kommenden schwierigen Jahren aktiv mit den Bürgern zusammenarbeiten, um die großen Probleme in den Griff zu bekommen.“
Und dann ein bißchen Wehmut: „Als Baas der Cäcilia Wolkenburg bin ich schon zurückgetreten und morgen ab 7.30 Uhr beginnt in meiner Schule der lange Abschied.“
Es waren „seine Beueler“, die ihrem Gesamtschul-Chef mit sensationellen Ergebnis den unerwartet deutlichen Wahlsieg. 40,91 Prozent der Stimmen entfielen letztendlich auf Nimptsch. 35,49 auf seinen CDU-Gegenkandidaten Christian Dürig.
Der war denn auch angemessen zerknirscht: „Ich bedanke mich bei meinen Wählern und den vielen Helfern für ihren Einsatz.“ Nur die Tatsache, dass er mehr Stimmen als seine Partrei erzielte, betonte er mit Genugtuung.
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Tatsächlich ließ die CDU in Bonn dem desaströsen Wahlergebnis von 2004 diesmal ein weiteres Debakel folgen. Die Union stürzte auf 32,92 Prozent ab, 20 Prozent unter dem Wahlergebnis von 1999. Partei-Chef Axel Voss rügte dafür die Wähler: „Kompetenz spielt wohl keine Rolle mehr.“
Auch bei der SPD folgte der Hochstimmung der schnell und bittere Kater: Die Genossen konnten von dem grandiosen Ergebnis ihres OB-Kandidaten nicht profitieren. Im Gegenteil: Sie rutschten weiter ab und nähern sich historischen Tiefständen. Mit 23,82 Prozent verloren sie weit über Landesdurchschnitt.
Gute Ergebnisse dagegen für die zweite Reihe: Grüne (18,61 Prozent) und FDP (12,96 Prozent) legten beträchtlich zu und profitierten von der anhaltenden Schwäche der großen Volksparteien. In Röttgen konnte FDP-Kandidat Joachim Stamp sogar sein Direktmandat verteidigen.
Nach einer ersten Gratulationsrunde im Stadthaus zog der neue OB zum Feiern vor das historische Rathaus. Und dort gab`s dann auch - standesgemäß - ein Feuerwerk.
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Das vorläufige Ergebnis der Bonner OB-Wahl auf den Seiten der NRW-Landeswahlleiterin - hier ›
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