Empfehlen | Drucken | Kontakt12.03.2010 - 07:53 Uhr

Parteien-Werbung: Neuer Zoff um Wahlplakate

Von JESSICA BACKHAUS
Ja, ist denn schon Wahl? Diese Passantin wundert sich über das Plakat mit Christiane Overmans.
Ja, ist denn schon Wahl? Diese Passantin wundert sich über das Plakat mit Christiane Overmans.
Foto: Erhard Paul
Bonn –  

Das erinnert an eine Platte mit Sprung, die sich ständig wiederholt: Ob Kommunal- oder Landtagswahl, OB- oder Bundestagswahl – immer wieder rauscht es zwischen den Bonner Politikern. Nicht wegen politischer Inhalte, sondern wegen zu früh aufgehängter Wahlkampfplakate.

Genau acht Wochen und zwei Tage sind es noch bis zur Landtagswahl am 9. Mai. Die ersten Wahlkampfplakate hängen schon: Im Großformat lächeln die CDU-Kandidaten Benedikt Hauser und Christiane Overmans die Bürger an. Das stößt der SPD sauer auf.

„Die Bonner CDU hat aus den übertriebenen Plakatierungen der letzten Wahlkämpfe nichts gelernt und beginnt viel zu früh, Plakate aufzustellen“, echauffiert sich SPD-Vorsitzender Ernesto Harder. „Wahrscheinlich hat der Absturz der NRW-CDU und von Herrn Rüttgers in den Umfragen für Nervosität gesorgt“, vermutet er.
„Diese Herleitung ist völlig absurd“, kontert Bonns CDU-Vorsitzender Philipp Lerch. „Ich finde, Herr Harder hatte da eine sehr schöne Einsicht, die er gerne an seine eigene Partei weitergeben kann.“

Denn die SPD habe den gemeinsamen Ratsbeschluss, dass ab drei Monate vor einer Wahl plakatiert werden darf, bei der Kommunalwahl reiflich ausgenutzt, so Lerch.
Harder hält dagegen: „Wir wissen, die Wählerinnen und Wähler sind genervt, wenn Plakate zu lange hängen. Wir Parteien dürfen unser Stadtbild nicht wieder so verschandeln wie zuletzt bei der Kommunalwahl 2009“, fordert der Bonner SPD-Chef.

„Bei einer bisherigen Anzahl von 200 hängenden Plakaten kann man wohl schlecht von Verschandelung sprechen“, so Lerch. Hintergrund sei, dass die CDU ihre Wahlkampfplakate nicht von einer Agentur, sondern von Ehrenamtlern anbringen lässt. „Es ist doch nur fair, wenn diese Menschen sich das etwas einteilen können. Und überhaupt: Unterm Strich tun sich die Parteien da eh wenig.“

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