Die gute Nachricht zuerst: Der Rohbau des World Conference Center Bonn (WCCB) wird im Winter nicht zufrieren, und es werden keine Rohre platzen, denn in wenigen Tagen wird die Heizungsanlage komplett montiert sein.
Aber die schlechte Nachricht folgt auf dem Fuß: Schon wieder müssen weitere Millionen Euro in den Komplex gepumpt werden.
OB Jürgen Nimptsch kündigte den neuen Millionenhammer an, als er gestern die Baustelle im Regierungsviertel besuchte: „Wenn die Gutachten über den Zustand des Projektes, die derzeit von Sparkasse und Insolvenzverwalter erstellt werden, in drei, vier Wochen vorliegen, ist ein weiterer Kredit der Sparkasse nötig.“
Denn dann müssen die noch anstehenden Arbeiten bezahlt werden. Über die Höhe streiten die Experten. Während die Finanzkontrolleure der Stadt sieben Millionen Euro ansetzen, geht Insolvenzverwalter Christopher Seagon eher von zehn Millionen aus.
Und ob das das Ende der Fahnenstange ist, bleibt fraglich: Insider vermuten, dass es 20 bis 40 Millionen Euro sein könnten, die eine endgültige Fertigstellung des WCCB, zu dem auch das 316-Betten-Hotel gehört, kostet.
Bereit gestellt werden die Kredite von der Sparkasse KölnBonn. Die hat schon insgesamt 108 Millionen Euro für das Projekt vorgestreckt – und bleibt dennoch ganz gelassen.
Sprecher Norbert Minwegen zum EXPRESS: „Sollten die Kredite nicht zurückgezahlt werden, kommt die Stadt dafür auf. Das ist in einer Nebenabrede zum Vertrag so festgeschrieben worden.“
Genau das aber möchte die Stadt verhindern. Wie der EXPRESS erfuhr, laufen die Drähte auf der Suche nach einem neuen Investor heiß. Und die Chancen stünden nicht schlecht, heißt es. Darauf deutet auch ein Satz von OB Nimptsch hin: „Eine Insolvenz kann auch eine Chance sein.“
Ein Prominenter schaut mit besonderer Spannung auf den Fortgang der Dinge: Es ist ein Herzenswunsch des FDP-Vorsitzenden und Bonners Guido Westerwelle, den nächsten Bundesparteitag der Liberalen im Frühjahr im WCCB stattfinden zu lassen.
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Nackt-Protest bald auch in Bonn?
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Der Bau in Tannenbusch wird nur durch Spendengelder finanziert. Der EXPRESS hat sich den Rohbau angesehen, der die größte Moschee Bonns werden soll.