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NADA kontrolliert unsere Sport-Stars Im Visier der Bonner Doping-Detektive

Daniel Fetzer koordiniert die Kontrollen. Hier zeigt er das „Adams-System“, in dem die Sportler ihren Aufenthaltsort eintragen müssen.

Daniel Fetzer koordiniert die Kontrollen. Hier zeigt er das „Adams-System“, in dem die Sportler ihren Aufenthaltsort eintragen müssen.

Foto:

Erhard Paul Lizenz

Bonn -

Sie stehen unangemeldet am Trainingsplatz der deutschen Sportstars. Immer mit dabei: ein Urinbecher für die A- und B-Probe. Wenn sie kommen, haben Schweinsteiger, Lisicki, Vettel und Co. Parade zu stehen.

Bonns Doping-Detektive. Seit zehn Jahren ist die NADA hier beheimatet. Vom Hauptsitz in der Heussallee werden täglich Sportler aus der gesamten Nation ausgewählt: Sie bekommen dann Besuch vom Doping-Kontrolleur.

Rund 9000 Proben wurden im vergangenen Jahr genommen - alle aus Bonn koordiniert, 97 mögliche Verstöße wurden verfolgt. Ganz wichtig: Die Tester kommen unangemeldet.

Eine Stunde pro Tag müssen die besten deutschen Athleten an einem bestimmten Ort verfügbar sein und für den Rest des Tages angeben, wann sie wo zu erreichen sind.

„Da kann es schon einmal vorkommen, dass der Kontrolleur um sechs Uhr vor der Haustür steht“, sagt Dr. Andrea Gotzmann (55), Vorstandsvorsitzende der NADA.

Kurios: Selbst Schach- und Minigolfspieler wurden 2012 auf verbotene Substanzen untersucht. Mittlerweile sind sogar Pferde auf der NADA-Liste, allerdings bekommen die einen größeren Urinbecher.

In der Spitze wurden Sportler bis zu 15-mal im Training getestet. Doch wer entscheidet, wer wann getestet wird? 28 Mitarbeiter sind in Bonn beschäftigt, registrieren besondere Leistungssprünge, schauen sich die Saisonplanung an, aber auch, ob ein Sportler seinen Meldeort verdächtig oft wechselt.

Dann schicken sie einen Kontrolleur zum Athleten. Dieser muss sich einer Urin- oder Blutprobe unterziehen. Bei der Pinkelprobe steht der Kontrolleur direkt am Mann oder der Frau, damit nicht getrickst werden kann.

„Es gibt Sportler die haben schon vier Stunden für die Urinprobe gebraucht“, sagt Gotzmann. Doch die Test-Tricks sind vielfältig. Gotzmann erklärt, dass ein Stück eines Spülmaschinentabs in der Urinprobe einen Test bereits zerstören kann.

Gerade beschäftigt ein Fall aus dem Jahr 2011 die NADA. Radprofi Patrik Sinkewitz war positiv auf das Wachstumshormon HGH getestet worden, die NADA forderte eine lebenslange Sperre. Weil die abgelehnt wurde, geht das Ganze jetzt an den Internationalen Sportgerichtshof.