So, genug auf den desaströsen Winterdienst von „bonnorange“ drauf gehauen. Schauen wir uns doch mal an, wie das Ganze besser laufen könnte.
Während Olaf Schmidt, Chef der neuen Gesellschaft, im Kreuzfeuer steht, hat man von Politik und Verwaltung bislang nichts gehört. Dabei waren die es doch, die die 350 Mitarbeiter des früheren Amtes für Stadtreinigung „abgenabelt“ haben.
Und das offenbar mit grottenschlechtem Material – und zu wenig Geld. Das bestätigt Umweltdezernent Rüdiger Wagner, der Chef des Verwaltungsrates ist: „Mit einem Etat von 733.000 Euro können wir gerade mal den rechtlichen Mindeststandard bedienen. Wir haben außerdem keine Fahrzeuge neu beschafft, sondern alte umfunktioniert.“
Heißt: Die 73 Winterdienst-Mitarbeiter mit ihren 13, teils defekten Räum- und Streufahrzeugen hatten kaum eine Chance, den März-Winter in den Griff zu kriegen?„Werden die Winter schneereicher und steigt das Anspruchsniveau der Autofahrer, braucht man mehr Personal und mehr Fahrzeuge“, so die schlichte Rechnung Wagners.
Schlicht, aber teuer. Also müssen Politik und Stadtkämmerer ran? Bonns OB Jürgen Nimptsch sagt Ja: „Es ist richtig: Der Fuhrpark ist überaltet, mehr als die Verkehrssicherungspflicht auf gefährlichen Hauptverkehrsstraßen ist damit nicht zu schaffen.
Der Maßstab bisher waren die milden rheinischen Winter. Wenn sich das jetzt ändert, muss mehr Geld bereitgestellt werden.“ »bonnorange« werde dazu bald ein Konzept vorlegen. „Dann haben die politischen Gremien das letzte Wort.“
Ein Fazit, dass Tom Schmidt von den Grünen so nicht schmeckt: „Selbst wenn der Fahrzeugpark älter ist, kann es nicht sein, dass jetzt 40 Prozent mit Defekt ausfallen. Und wieso gab es im Februar noch eine Stellungnahme darüber, wie gut »bonnorange« mit Fahrzeugen aufgestellt ist? Die simple Forderung mehr Geld und Personal ist uns da zu schlicht.“
CDU-Fraktionsgeschäftsführer Georg Fenninger setzt auf das Prinzip Hoffnung: „Bonnorange hat eine Schwachstellenanalyse getroffen, will die daraus erwachsenen Konsequenzen umsetzen. Dies hat in einzelnen Bereichen schon gewirkt. Wir hoffen auf den Frühling und dass für 2014 alle Vorbereitungen getroffen werden.“
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