Manchmal mahlen die Mühlen der Justiz langsam: 14 Jahre nach einer Messerattacke in einem Asylbewerberheim in Eitorf steht jetzt Basri G. vor Gericht.
1998, dem Jahr, in dem Frankreich Fußball-Weltmeister wurde, in China die Vogelgrippe ausbrach und US-Präsident Clinton beinahe über Monica Lewinsky stolperte, soll der Albaner versucht haben, einen Menschen heimtückisch zu ermorden.
Basri G. hatte sich nach der Tat nach Albanien abgesetzt, wurde im Juli 2012 ausgeliefert und sitzt seitdem in U-Haft. Laut Anklage soll der 42-Jährige zunächst mit einer Gaspistole in dem Heim um sich geballert haben. Das Gas verteilte sich im Flur und angrenzenden Räumen. Unter der Dusche stehend, hörte das spätere Opfer, wie ein Kumpel schrie.
Die Sicht durch das Gas stark eingeschränkt, tastete sich der Mann aus Togo (damals 30) in Richtung Küche vor. Hier traf er auf den Angeklagten – und bekam laut Anklage ein zwölf Zentimeter langes Messer in die Brust. Die Klinge glitt nur einen Zentimeter am Herz des Togoers vorbei! Der 30-Jährige musste notoperiert werden, lag tagelang auf der Intensivstation.
Basri G. behauptete bei der Polizei: Zwei Schwarze hätten ihn im Schlaf überrascht, am Hals gepackt und bedroht. Daraufhin habe er in Angst um sein Leben zugestochen. Eine Gaspistole habe er nie besessen.
Die Beweisaufnahme dürfte für die Kammer (hat bislang noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt) nicht einfach werden: Der Geschädigte und sein Kumpel sind nicht auffindbar. Und nach 14 Jahren dürften auch bei alarmierten Polizisten und behandelnden Ärzten die Erinnerung nicht mehr besonders frisch sein.
Der Angeklagte hat sich vor Gericht noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.
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