Empfehlen | Drucken | Kontakt01.02.2010 - 19:05 Uhr

Leiche gefunden: Mord im Bonner Millionärsviertel

Von I. KLINGELHÖFER
Foto: Paul
Bonn –  

Bluttat am Poppelsdorfer Schloss in Bonn. Die wohlhabende Esther D. (56) wurde am Montag tot in ihrem Gründerzeithaus in der noblen Kurfürstenstraße gefunden - ermordet!

Die massive Haustür ist unbeschädigt, auch an der Terrassentür gibt es keine Aufbruchspuren. Hat Esther D. ihren Mörder selbst reingelassen?

Ob die 56-Jährige einem Raubmord oder einem Beziehungsdrama zum Opfer fiel, ist noch unklar. Doch sie wohnt in einer sehr feinen Gegend, die Kriminelle anlockt. Zudem lebte Esther D. seit der Trennung von ihrem reichen Mann alleine in dem zweistöckigen Haus.

Am Montag gegen 0.30 Uhr fand eine Bekannte die Tote, alarmierte sofort Polizei und Rettungskräfte. Schnell war klar: Die Verletzungen an der Leiche weisen auf ein Gewaltverbrechen hin! Eine Obduktion soll noch offene Fragen klären.

Was für ein Drama sich hinter der gelben Nobelfassade in dem Millionärs-Viertel abgespielt hat: Auch das ist noch unklar. Am Montag untersuchten Beamte der Spurensicherung den Tatort. In Papiertüten nahm sie Beweismittel mit. Zeugen gibt es es offenbar nicht.

Anwohner fielen aus allen Wolken, sie hatte von dem Tod ihrer Nachbarin noch gar nichts mitbekommen. „Sie hat sich sehr zurückgezogen“, erzählt ein Mann. „Sie hat gegrüßt, mehr Kontakt gab es aber nicht.“

Der Tod im Millionärs-Viertel. Esther D. lebte lange das Leben der Reichen. Die gelernte Masseurin arbeitete nicht, hatte eine Haushaltshilfe. Sie und ihr Mann (ein erfolgreicher Unternehmer) hatten ein Haus in Portugal, waren oft monatelang dort. Ihr gemeinsamer Sohn ging nach Amerika, machte dort Karriere.

Dann der Riss in der heilen Welt der 56-Jährigen: Laut einem Nachbar soll sich ihr Mann wegen einer anderen von ihr getrennt haben. Ein Anwohner: „Seitdem war sie psychisch angeknaxt.“

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Trotz der vielen Probleme stehen die Tannenbuscher zu ihrem Viertel. „Tannenbusch ist nicht so schlecht wie sein Ruf“, sagt Bekir Ayalp (38).  Aber vor allem Dreck und Kriminalität seien ein Problem. „Bei mir zu Hause wurde auch schon eingebrochen.“ Ayalp schlägt vor, dass der Stadtteil videoüberwacht wird, um Einbrecher abzuschrecken.
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