Empfehlen | Drucken | Kontakt02.02.2012 - 18:48 Uhr

Mini-Hirsch : „Nils“ will jetzt mit den Ponys schmusen

Von JESSICA BACKHAUS
Christine Scholle beobachtet „Nils“ und Isländer „Randyr“.
Christine Scholle beobachtet „Nils“ und Isländer „Randyr“.
Foto: Erhard Paul
Neunkirchen-Seelscheid –  

So schnell wächst manchmal eine tierische Familie. Christine Scholle staunte nicht schlecht, als eines Morgens plötzlich ein Hirschkälbchen zwischen den Pferden und Ponys auf ihrem Hof stand …

„Ich hatte die Herde mit Heu versorgt und war dann im Haus noch einen Kaffee trinken“, erinnert sich Scholle. „Und als ich wieder zum Paddock kam, stand es da und knibbelte mit am Heu, als hätte er nie was anderes getan.“

Das Damhirsch-Kälbchen taufte die 45-Jährige „Nils“. Nicht nur bei den Pferdebesitzern, die ihre Tiere bei Christine Scholle in Pension haben, auch in der Nachbarschaft ist der kleine „Nils“ jetzt bekannt: „Dass er bei den Nachbarn die zarten Blumenknospen annagt, wird natürlich nicht so gerne gesehen. Trotzdem haben ihn alle ins Herz geschlossen.“

„Nils“ streift nämlich gerne schon mal durch die umliegenden Gärten, so Scholle: „Er passt ja problemlos durch die Zäune hindurch. Die Pferde begucken sich das dann immer ganz mürrisch“, erzählt die Polizistin (arbeitet in Bonn bei der Wache GABI) lachend. „Nils’“ bester Kumpel ist Wallach Merlin. Wenn er mit seinem Reiter durchs Dorf trabt, läuft der kleine Hirsch mit.

Woher „Nils“ (geschätzt ein paar Monate alt) stammt, ist absolut unklar: Nach Auskunft eines Jägers gibt es im Umkreis von Scholles Hof im Ortsteil Heister kein Damwild. Scholle: „Erst in Much ist das nächste Gehege, und das wäre für einen so kleinen Kerl doch eine zu große Entfernung.“

Jetzt sucht die Hirschkalb-Pflegemama ein neues Zuhause für den Schützling. „Er will zwar offensichtlich nicht weg, und wir haben ihn alle liebgewonnen, trotzdem muss er in eine artgerechte Umgebung zu Artgenossen“, sagt Christine Scholle. „Vielleicht bringe ich ihn in einem netten Wildgehege in der Eifel unter.“

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