Bonn - Es ist ein Kampf David gegen Goliath: Der Bonner Jura-Student Marvin Oppong (25) verklagt den mächtigen WDR, weil der ihm keine Auskünfte über seine Vergabepraxis geben will. Unterstützung erfährt er dabei von der Landesdatenschutzbeauftragten (LDI).
Neugierig wurde Marvin Oppong, als er auf der WDR-Homepage auf die Profile der Rundfunkräte stieß. Dort werden neben Kurzbiografien auch die Jobs der Räte außerhalb des WDR angegeben.
„Einer gab Beratertätigkeiten für Banken und Medienunternehmen an. Da wurde ich stutzig.“ Oppong, dessen Familie aus Ghana stammt und der schon früh lernte, Dingen auf den Grund zu gehen, wollte wissen, ob der Sender illegal Aufträge an Unternehmen oder Privatpersonen vergab, die den Rundfunkräten nahestehen.
„Monatelang wartete ich auf eine Antwort“, so Oppong, der ansonsten ein ganz normales Studentenleben führt - inklusive Café- und Clubbesuche. „Dann wandte ich mich an die Landesdatenschutzbeauftragte.“ Die unterstützte Oppongs Ansinnen, biss beim WDR aber auch auf Granit.
„Der WDR macht Betriebsgeheimnisse geltend. Was für uns so pauschal nicht zulässig ist.“ Zur Not müssten Stellen in Dokumenten geschwärzt werden. So LDI-Sprecherin Bettina Gayk.
Der WDR wies in einer schriftlichen Stellungnahme das Ansinnen der Datenschützer zurück, will die Frage vor Gericht klären.
Und so verklagte Oppong, gerade im ersten Staatsexamen, die größte Sendeanstalt der ARD vor dem Verwaltungsgericht Köln. „Ich rechne mir gute Chancen aus“, so der Reise- und Sportfan, der schon einmal Schlagzeilen machte.
In Münster hatte er Unsauberkeiten bei der CDU-Wahlkampffinanzierung aufgedeckt: „Keine Heldentat“, sagt Oppong. „Ich verfolge einfach nur aufmerksam die Medien und wenn mir etwas komisch vorkommt, hake ich nach.“
Und zum Nachhaken findet er immer etwas: „Meine nächsten zwei Geschichten sind schon in der Mache.“ Man darf gespannt sein.
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