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Mastozytose: Unheimliche Krankheit frisst Troisdorferin Melanie langsam auf

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Stapelweise Papierkram beschäftigt die kranke Troisdorferin. Zwei Anträge auf Chemotherapie hat Melanies Krankenkasse abgelehnt. Die Behandlung würde rund 3000 Euro im Monat kosten.

Foto:

Schwaiger

Troisdorf – Eine unheimliche Krankheit frisst Melanie S. (31) langsam auf. Die Mutter eines kleinen Sohnes  wird immer weniger, selbst für leichteste Tätigkeiten fehlt ihr oft die Kraft. Jetzt traf die junge Frau der nächste Schicksalsschlag: Die Krankenkasse verweigert die Kostenübernahme für eine Chemotherapie, die Melanies Leben retten könnte.

Wenig Forschung, wenige Experten

Als EXPRESS die  Blondine kennenlernte, war sie nur Haut und Knochen, versuchte in einem Ärztemarathon zu klären, was ihr fehlt. Immerhin das ist  geschafft: Die sogenannte „systemische Mastozytose“ ist eine wenig erforschte Krankheit, es gibt nur wenige Ärzte, die sich darauf spezialisiert haben.

Ihre Mutter Klaudia  ist aktuell der einzige Halt für Melanie. Sie lebt mit ihrem Sohn (5) seit der Trennung vom Ehemann alleine. „Sie hat es nicht mehr ausgehalten, dass er immer versucht hat, ihre Erkrankung herunterzuspielen“, erzählt Mutter Klaudia.

Melanie isst nur Püree, Reis und Eiweißpulver

Dass der Feind in ihrem von Dauer-Durchfall und -Erbrechen ausgemergelten Körper inzwischen einen Namen hat, konnte Melanie bislang nicht viel helfen: „Es sind sehr viele Zellen betroffen, die Medikamente schlagen nicht richtig an.“ Noch immer ernährt sie sich nur von Kartoffeln, Reis, Eiweiß-Pulver. „Wenn ich Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch oder Backwaren essen würde, käme wieder diese schreckliche Übelkeit“,  erklärt Melanie.

Immerhin haben ihr die Medikamente einen Teil der Lebensqualität zurückgegeben: „Ich kann inzwischen gelegentlich einkaufen, mit meinem Kleinen spielen.“

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Dank der Medikamente hat Melanie S. immerhin genug Kraft, ab und zu mit ihrem kleinen Sohn (5) zu spielen.

Foto:

Schwaiger

„Chemo ist die letzte Hoffnung für meine Tochter“

Kürzlich der nächste Schock: Zwei von Melanies Ärzten gestellte Anträge auf Chemotherapie sind  abgelehnt worden.  Mutter Klaudia ist verzweifelt: „Die Chemo ist die einzige Hoffnung für meine Tochter.“

Krankenkasse argumentiert: Diagnose ist nicht sicher

Eine Sprecherin der Krankenkasse  „Pronova BKK“  sagte auf EXPRESS-Anfrage: „Wir haben den Fall zur Begutachtung an den Medizinischen Dienst  weitergegeben, der eine Kostenübernahme nicht befürworten konnte.“ Zum Einen sei die Diagnose  nicht sicher, kämen auch andere Erkrankungen in Betracht. Und: „Zur Behandlung wurden zweimal Arzneimittel beantragt, die für diese Art der Behandlung nicht zugelassen sind.“

„Ich würde es gerne versuchen“

Melanie kann es kaum glauben: „Das ist ja genau das Problem mit der Krankheit: Da sie so wenig erforscht ist, ist nicht klar, welche Behandlungen helfen.“ Doch die Troisdorferin betont: „Meine Ärzte halten eine Chemo für sinnvoll und ich würde es gerne versuchen. Ich will endlich wieder gesund werden.“

(exfo)