Bonn - Endlich traut sich mal ein Politiker auszusprechen, was so viele denken: Weg mit dem Bonner Stadthaus! SPD-Fraktionschef Wilfried Klein will die Verwaltung stattdessen in die „neue Mitte“ Bonns verlagern.
Millionen-Grab Stadthaus: Allein in diesem und im nächsten Jahr müssen mal wieder sechs Millionen Euro in den hässlichen Betonklotz aus den 70er Jahren gepumpt werden.
Jetzt reicht’s Wilfried Klein: „Wir müssen intensiv drüber nachdenken, ob das Ding nicht endlich wegkommt.“ Nicht nur, dass das Stadthaus marode sei. Auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter seien nicht mehr optimal.
Der SPD-Politiker listet auf, was für diesen Plan spricht: „An der B 9, der »neuen Mitte«, gibt es freie Flächen. Dort läuft die Entwicklungsmaßnahme Regierungsviertel. Wenn jetzt Private wie die IVG sagen, wir brauchen Nutzer, dann muss man was tun. Beim Stadthaus besteht unbestritten Sanierungsbedarf, es war nie hübsch, es ist auch nicht aufzuhübschen. Und es hat nie zur Nordstadt gepasst.“
Fazit von Klein, der nicht nur viele Fraktionsmitglieder der SPD auf seiner Seite weiß: „Was ist dagegen zu sagen, dass ein neues Stadthaus in der neuen Mitte entsteht?!“
Weg mit dem Stadthaus, auf in die Oval Offices. Die plant die Bonner IVG für 100 Millionen Euro an der B 9, will aber erst bauen, wenn mindestens 50 Prozent der Fläche vermietet sind. Platz ist in den „Ostereiern“ für 2000 Mitarbeiter - perfekt für die Bonner Stadtverwaltung.
Klein: „Die Erreichbarkeit an der B 9 ist optimal, es gibt einen Autobahnanschluss in der Nähe. Und dort ist auch geografisch eher die Mitte Bonns als am Standort Stadthaus.“
Und was ist mit den Bürgerdiensten? „Es spricht nichts dagegen, die ein oder andere Geschichte in der City zu belassen“, so der Fraktionschef.
Sein Plädoyer: „Ich verspreche mir von der »neuen Mitte« ein pulsierendes Zentrum und fände es gut, wenn auch die Stadt dort reingeht.“ Fürs Stadthaus kann er sich gut Einzelhandel vorstellen. Von Umbau bis Komplett-Abriss: Klein schließt für den Beton-Bunker nichts aus.
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