Bonn - Betrug beim Marathon? Die heiligen 42,195 Kilometer einfach mal schnell verkürzt? Den olympischen Gedanken kurzerhand vergessen? Ja, ein schwarzes Schaf unter den Langläufern soll den 9. RheinEnergie Marathon unfair aufgemischt haben.
Der vor gut zwei Wochen zum Stadtmeister gekürte Lorenz Hecker soll abgekürzt haben. Dort, wo die Strecke einen Wendepunkt hat und nicht durch einen Zeitmesspunkt gesichert ist, könnte Hecker mal eben über den Grünstreifen gehuscht sein, so der Vorwurf.
Tatort: Ludwig-Erhard-Allee in der Rheinaue, zwischen Posttower und dem Wendepunkt an der Kennedyallee. Das behauptet zumindest Joe Körbs.Körbs, der die Läuferszene als Betreiber der Internetseite „Laufen-im-Rheinland.de“ aus dem Effeff kennt, hat Heckers Zeiten unter die Lupe genommen.
Mit dem Ergebnis: „Das ging nicht mit rechten Dingen zu. Er lief in 37:25 Minuten schnelle erste zehn Kilometer, wurde dann ganz deutlich langsamer, um die letzten 9,7 Kilometer wieder in unglaublichen 31:43 Minuten zu laufen.“
Selbst den Wunderläufern aus Kenia machte die heiße Bonner Sonne am Ende der Strecke zu schaffen. „Für einen Hobbyläufer wie Herrn Hecker ist eine solche Leistung kaum möglich“, so der Langlauf-Insider.
Hecker selbst weist die Vorwürfe weit von sich: „Die können mir einen Betrug nicht beweisen, ich kann aber auch nicht beweisen, dass ich korrekt gelaufen bin.“
Doch das Schlamassel scheint sich fortzusetzen. „Im Zuge meiner Ermittlungen ist ein weiterer ganz krasser Fall aufgetreten. Der Mann hat die ersten 21 Kilometer in 2:21 gelaufen, um danach denselben Weg in nur 61 Minuten zurückzulegen“, berichtet Körbs. „Das ist mehr als Betrug. Zudem gibt es mindestens zwei, drei weitere Fälle.“
Klaus Malorny, der Organisator des RheinEnergie Marathons, kündigt Konsequenzen an. Die Wendepunkte werden ab dem kommenden Jahr mit Zeitmessmatten abgesichert sein. Zudem wird es ein Gespräch mit Stadtmeister Lorenz Hecker geben.
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