Amir, unser Prinz aus dem Morgenland: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte werden die bönnschen Narren von einem Moslem regiert.
Da klingeln bei einigen jecken Fundamentalisten sämtliche Alarmglocken: Darf ein Moslem der erste Repräsentant des Karnevals sein, der ja katholischen Ursprungs ist?
Unser staatser Prinz kümmert sich wenig um diese Hauptbedenkenträger: „Wichtig ist im Karneval nicht die Religion, sondern es gilt: Die Hauptsach is, et Hätz is joot.“
Doch wie lebt es sich als Moslem im bönnschen Karneval? „Ich bin im Fastelovend wie jeder andere Jeck auch. Für mich hat mein Glauben nichts mit der Einhaltung von Regeln zu tun“, stellt seine Tollität klar. „Wenn ich in Dialog mit meinem Gott treten will, muss ich dafür nicht fünfmal am Tag beten oder zum Ramadan fasten. Dadurch werde ich kein besserer Mensch.“
Heißt ganz praktisch: Kölsch und Bratwurst vom Schwein sind für den Prinzen keineswegs tabu - alaaf statt Allah.
Auch der Ökumenische Gottesdienst am Samstag im Münster ist für Amir kein Problem: „Das Münster ist für mich kein Gotteshaus für Christen, sondern rein ein Gotteshaus. Ich bin der Prinz für alle Bönnsche, egal, welchen Glaubens sie sind oder welchem ich angehöre.“
Und was sagen Bonns oberste Kirchenvertreter zu unserem Prinzen aus dem Morgenland? Superintendent Eckart Wüster: „Ich finde es toll, dass er das macht. Alle, die in unserer Gemeinschaft leben, sollen die Chance haben, an unserem Brauchtum teilzuhaben. Dass der Karneval aus katholischer Tradition erwachsen ist, macht da für mich keinen Unterschied. Schließlich feiern auch evangelische Gemeindemitglieder Karneval.“
Sehr viel verhaltener äußert sich dagegen das Oberhaupt der katholischen Kirche in Bonn, Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher: „Es ist für uns rein Sache des Festausschusses, wen sie zu Prinz und Bonna proklamieren.“ Aha.
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