Sie gilt an ihrem Gymnasium seit Jahrzehnten als vorbildliche Lehrerin. Doch dann korrigierte sie 2008 in den Abi-Klausuren Fehler ihrer acht Schüler – damit ihre Schützlinge nicht zu schlecht wegkommen!
Wegen Urkundenfälschung saß die Pädagogin (62) jetzt vor Gericht.Und damit drohte mit einem Mal ihre ganze Lebensleistung zerstört zu werden. Bei einer zu erwartenden Verurteilung über ein Jahr Knast wären Beamtenstatus und Pensionsanspruch futsch gewesen.
Wie kommt eine gestandene Studienrätin dazu, Abi-Klausuren ihres gesamten Englisch-Kurses zu manipulieren? Die Lehrerin: „Ich schäme mich. Wegen des erstmaligen Zentralabiturs stand ich unter Druck. Ich war erschrocken, wie viele Rechtschreibfehler meine Schüler machten.“
Mit Tinte unterschiedlicher Farbe verbesserte sie alle Klausuren. Der Zweitkorrektorin eines Rheinbacher Gymnasiums fiel das sofort auf, sie schlug Alarm. Die 32-Jährige: „Einige Schüler kamen durch die Manipulationen eine ganze Note besser weg.“ Die Schulbehörde ließ die Arbeiten von einem Drittkorrektor bewerten – alle Schüler kamen durch.
Die Bezirksregierung ließ kein gutes Haar an der Pädagogin: „Im Kernbereich ihres Jobs versagt.“ Glück für die Lehrerin: Der Amtsrichter stellte das Verfahren gegen Zahlung von 1800 Euro Geldbuße ein. Ihr Schulleiter hatte der 62-Jährigen ein ausgezeichnetes Zeugnis geschrieben.
Die Anglistin mit Leib und Seele habe sich immer für ihre Arbeit aufgeopfert, ganz akribisch den Schüleraustausch nach England organisiert. Bis heute arbeite die Bonner Lehrerin mit großem Einsatz und äußerst pflichtbewusst. Auch beim Abitur 2009.
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