Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Krass!: Stadt braucht 21 Turnhallen für Flüchtlinge

PK Fluechtlinge

Fast die gesamte Arbeitsgruppe Flücht-linge der Verwaltung stand über die Unterbringungs-situation Rede und Antwort.

Foto:

Kuffner

Bonn -

Vergangene Woche noch fragten wir: „Wohin nur mit den 150 Flüchtlingen , die pro Woche bei uns ankommen?“ Jetzt ließ die  Stadt die  Bombe platzen: Voraussichtlich werden bis Juni fünfzehn weitere Sporthallen mit Flüchtlingen belegt!

In einer bisher ungekannten Transparenz-Offensive legten OB Ashok Sridharan (50) und die Verwaltung gestern Nachmittag ihre Pläne  bis zum Juni und darüber hinaus offen.

Ab Aschermittwoch sollen zu den dann bereits sechs belegten Sporthallen nach und nach 15 weitere von Flüchtlingen bezogen werden. 

20151201_as_flüchtlinge3

Premiere: Als erste Bonner Sporthalle wurde die der KGS Holzlar im Dezember mit Flüchtlingsbetten ausgestattet.

Foto:

Schwaiger

In den ersten vier Wochen nach Karneval betrifft dies die Hallen am Sportpark Wasserland, die der IGS Beuel, die Mehrzweckhalle in der Schmittstraße und die Josef-Strunck-Halle in Endenich (in dieser Reihenfolge).

OB Sridharan: „Ich bedauere diese Maßnahme sehr.“ Auch ihm sei nicht wohl dabei und er könne  den Ärger  von Schulen und Hobbysportlern verstehen.  „Aber kurzfristig stehen keine Alternativen bereit.“

Auch Schulamtsleiter Hubert Zelmanski gibt sich keinen Illusionen hin: „Wir werden die Nutzung der Bonner Sporthallen noch einmal komplett neu sortieren müssen.“

Fest steht: Mancher Verein wird seine Angebote eindampfen, Schulsport wird öfters ausfallen. Sport- und Kulturdezernent Martin Schumacher möchte sogar prüfen, ob Räume in Kultureinrichtungen als Ersatz genutzt werden können. 

Seniorenturnen oder Volleyball-Training im Museums-Foyer? „Theoretisch sind solche Orte als Ausweichräume denkbar, wenn es auch im einzelnen sicher schwer umsetzbar ist.“

Neben dem Plan, die bis Mitte Juni zu erwartenden 2700 Flüchtlinge in Sporthallen unterzubringen, sucht die Stadt weiter nach Alternativen. Eine lange Liste von Gebäuden ist in Prüfung, einige davon sollen ab dem späten Frühjahr bereits bezugsfertig sein.

Das Ziel: Die Flüchtlinge aus den Hallen in solide, dauerhafte Unterkünfte zu verlegen. Nur wird der Strom von Zuwanderern  nach den Prognosen der Bezirksregierung   nicht abreißen.

Heißt im Klartext: Sobald andere Unterkünfte zur Verfügung stehen, werden zwar Plätze in Sporthallen frei – die dann aber direkt wieder benötigt werden. Somit könnten 21 der 100  Bonner Sporthallen dauerhaft – auch über den Juni hinaus – belegt bleiben.

Der Stadtsportbund Bonn zeigte sich in einer ersten Reaktion entsetzt über die Ankündigung der Stadt. Sprecher Michael Nickels: „Uns ärgert,  dass die Stadt keine Ideen entwickelt hat, die Belastung für den Sport in Grenzen zu halten.“

Noch am Abend wollte man sich  in einer außerordentlichen Krisensitzung beraten.