Empfehlen | Drucken | Kontakt01.02.2009 - 00:00 Uhr

Jahrhundertprojekt Festspielhaus: Star-Architekten huldigen Beethoven

Von CHRISTOF ERNST

Bonn - Die endgültige Entscheidung über das Beethoven-Festspielhaus fällt erst im Sommer. Aber eins ist jetzt schon klar: Die alte Halle wird abgerissen, und das Projekt wird teurer als 75 Millionen Euro! Das ist das Ergebnis der Vorauswahl.

Vier der zehn Entwürfe schafften es in die Endauswahl, und alle vier sehen einen kompletten Neubau am Rheinufer vor. Interessant: Die Finalisten waren sowohl bei der Gruppe, die die Architektur prüfte, ganz vorne als auch bei der Jury, die ein besonderes Ohr für die Akustik hat.

Und das sind die Endrunden-Teilnehmer:1. Die Irakerin Zaha Hadid, einzige Frau im Kreis der 10 Top-Architekten, entwarf ein Gebäude, das die Jury unter Leitung von Prof. Volkwin Marg als „Diamant“ bezeichnete. Der transparente Bau verbindet den großen mit dem kleinen Saal und lässt einen Durchgang vom Rhein zum Park hinter der Halle. Nachts leuchtet der Diamant durch die wabenförmige Außenhülle.

2. Mindestens genauso spektakulär sind die „Wellen“ des Luxemburger Teams Hermann & Valentiny. Auch hier ist die Fassade durchbrochen. Die Wellen sollen eine Beziehung sowohl zum Fluss als auch zur Musik Beethovens herstellen. Besonderheit: Zum Rhein hin liegt eine Art Amphitheater, das für Außenveranstaltungen genutzt werden kann.

3. Der Japaner Arata Isozaki stellt sich einen „Kristall“ als neue Halle vor. Unter dem hoch aufragenden Dach des Zwölfecks (Dodekaeder) hat der große Saal Platz, der eine zentrale Bühne und Rundum-Bestuhlung hat. Der kleinere kommt in einem Extra-Bau unter. Isozakis Zugang zum Rhein ist wie eine abwärtsfallende Kaskade.

4. Den Plan von Richard Meier (New York) nennt die Jury das „Beethoven Plateau“. Es ist der geometrischste Bau, der von beiden Seiten begehbar ist. Der kastenförmige große Saal wird durch kleinere Öffnungen durchbrochen. Die weißen Metallblenden kennt man schon vom Arp-Museum, das 2007 in Remagen eröffnet wurde.

Wie Dr. Hans-Dieter Petram, Projektleiter der Deutschen Post AG, sagte, „ist die Kostenfrage noch nicht geklärt“. Auf Nachfrage hieß es: Alle vier Entwürfe liegen über den angepeilten 75 Millionen Euro. Da müsse jetzt nachverhandelt werden.

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