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Italiener tötete Nebenbuhler: Wollte er auch seine eigene Tochter (14) erschießen?

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Ein Wachtmeister führt Rosario S. in den Gerichtssaal. Der ehemalige Gastronom ist wegen Mordes angeklagt.
Ein Wachtmeister führt Rosario S. in den Gerichtssaal. Der ehemalige Gastronom ist wegen Mordes angeklagt.
 Foto: Paul
Bonn/Troisdorf –  

Das Bild des feurigen Sizilianers will zwar nicht so recht auf Rosario S. (58) passen. In Hemd und Strickjacke, mit grauweißem Vollbart sitzt er auf der Anklagebank. Und doch hat der Italiener laut Anklage aus purer Eifersucht einen Menschen getötet. Mord aus niedrigen Beweggründen!

Am Morgen des 23. Juli war S. seelenruhig in die Siegburger Polizeiwache marschiert. „Ich habe jemanden erschossen.“ In seinem Ford fanden Beamte die Mordwaffe.

Das war zuvor passiert: Rosario S. hatte sich in den frühen Morgenstunden in seinem ehemaligen Haus auf die Lauer gelegt. In der Kölner Straße lebte seine von ihm getrennte Frau (48) mit den Töchtern (17, 14 und ihrem neuen Freund, Stadtwerke-Mitarbeiter Roland W. (52).

Als die Frau gegen 6 Uhr zur Arbeit will, attackiert S. sie mit einer Eisenstange. Mit Mühe und Not können die 48-Jährige und ihr Freund die Wohnungstür zudrücken. Sie flüchten in die Küche, wo sich auch die Töchter aufhalten.

Wurde mit fünf Schüssen hingerichtet: Roland W. (war gerade 52 geworden).
Wurde mit fünf Schüssen hingerichtet: Roland W. (war gerade 52 geworden).
 Foto: privat

Doch Rosario S. tritt beide Türen ein, schießt den Nebenbuhler mit fünf Treffern nieder. Die letzten beiden Schüsse gibt S. laut Staatsanwalt Simon Büchel erst ab, als das Opfer schon wehrlos am Boden liegt: „Er wollte W. dafür bestrafen, dass er sich in sein Leben eingemischt hat. Und er wollte nicht, dass seine Familie mit einem anderen Mann glücklich wird.“

Um ein Haar hätte es wohl noch mehr Tote gegeben. Das Schwurgericht wird prüfen, ob S. sich auch des versuchten Totschlags an seiner jüngeren Tochter schuldig machte. Er soll zwei Schüsse auf sie abgegeben haben, als das Kind ihm die Waffe aus der Hand schlagen wollte.

Töchter und Mutter sind nach wie vor schwer traumatisiert. Ihre Anwältin Dr. Dagmar Schorn beantragte, den Angeklagten für ihre noch anstehende Vernehmung aus dem Gerichtssaal entfernen zu lassen. Andernfalls wollten die Opfer die Aussage verweigern, um ihre Gesundheit zu schützen.

Rosario S. hat sich bislang nicht zur Tat geäußert. Der Prozess geht weiter.

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