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In drei Monaten: „Familie-Hasch“ importierte 190 Kilo Drogen

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Der 67-jährige Großvater war derjenige, der den Stoff von den Lieferanten entgegennahm und in den Bunker nach Bornheim brachte. Er unternahm auch längere Auslieferungstouren, etwa bis nach Saarbrücken.

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Schwaiger

Bonn/Bornheim -

Nicht nur aufgrund der großen Gras-Berge, die in einem Bunker in Bornheim zwischengelagert wurden, ist der Fall besonders.

Wirklich krass: Vater und Opa, die mit einem Mittäter die Geschäfte abwickelten, zogen auch zwei junge Mädchen in ihre krummen Deals rein – die eigenen Enkelinnen beziehungsweise Töchter (EXPRESS berichtete)!

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Isa (20) und Lena (16) warten mit ihrer Mutter (r.) auf den Prozessstart. Beide haben bei Drogenlieferungen  geholfen, Isa stellte noch ihre Wohnung als Drogenbunker zur Verfügung.

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Um Isa und Lena (Namen geändert) drehte sich auch der erste Prozesstag im Bonner Landgericht. Man sieht auf den ersten Blick, dass die gerade 20 und 16 Jahre alten Mädchen Schwestern sind:

Die blonden Haare zu hohen Pferdeschwänzen gebunden, die Gesichter gleichen sich wie ein Ei dem anderen.

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Thomas U. (40, Müllwagenfahrer) belieferte Abnehmer in Bonn. Ihm und den anderen beiden Männern drohen mindestens fünf Jahre Knast.

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Vor einer Jugendkammer erklärten die Mädels, wie sie in die Hasch-Deals von Papa Thomas (40), Opa Helmut U. (67) und Nenn-Onkel Georgios T. (38, lebte bis zur Verhaftung in Köln) hineingeraten waren:

„Papa bekam einen Anruf, meinte, kannst du mal die Tüten tragen“, erklärte Lena über ihren Anwalt Thomas Ohm eine angeklagte Situation.

Auch Isa wurde im Zuge der Video-Überwachung des Drogenbunkers gefilmt, wie sie Tragetaschen voller Gras zum Auto trug.

Später war sie mit dabei, als ihr Vater das Rauschgift nach Bonn auslieferte. Die 20-Jährige soll laut Anklage auch ihr Apartment als Drogenbunker zur Verfügung gestellt haben.

Die Auszubildende in der öffentlichen Verwaltung sagte aber: „Mama und Papa hatten sich gerade getrennt. Er musste ja irgendwo unterkommen.“

Bei aller Naivität, mit der die Mädels in die Straftaten tapsten – was in den Tüten war, wussten sie: „Wir haben nicht drüber gesprochen, aber ich habe es mir gedacht“, musste Isa gegenüber den Richtern einräumen.

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Der Kölner Georgios T., Spitzname „Onkel“ war Kopf der „Familie Hasch“

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Wie viel Stoff wohl in den Tüten war, wollte Richter Wolfgang Schmitz-Justen wissen. Isa: „Das war so schwer wie eine Tüte, wenn man shoppen geht und ein paar Oberteile drin sind.“

„Familie Hasch“ war im Zuge einer Razzia aufgeflogen. Bei der Durchsuchung am 24. Juni 2015 wurden noch 22 Kilo Hasch in Isas 35-Quadratmeter-Butze gefunden.

Drogen im Wert von 1,3 Millionen Wert

Dazu fast 215.000 Euro in bar. Zusammen mit den 190 verkauften Kilo hatte das Rauschgift einen Gesamtwert von rund 1,3 Millionen Euro!

Papa, Opa und „Onkel“ der Bornheimer Hasch-Sippe wollen sich erst am nächsten Prozesstag vor dem Landgericht äußern.