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Im Frauenmuseum: Curt Delander staunt über fromme Kunstfans

Curt Delander und Marianne Pitzen an den Resten der Gertrudiskapelle
Curt Delander und Marianne Pitzen an den Resten der Gertrudiskapelle
Foto: Thomas Banneyer
Bonn –  

Auch 1.353 Jahre nach ihrem Tod sorgt die Heilige Gertrud in Bonn für ein kleines Wunder: Im Frauenmuseum finden aus Verehrung für die Nonne spontane Andachten statt!

„Schuld“ daran ist der Travestie-Künstler und Hobby-Heimatforscher Curt Delander. Der hatte 2010 Überreste der Gertrudiskapelle, die einst in der Giergasse stand, ins Frauenmuseum gebracht und dort einen Raum für die Heilige Gertrud gestaltet. Museums-Chefin Marianne Pitzen gab ihre Zustimmung.

Einerseits war das ungewöhnlich, weil in dem Museum im Krausfeld fast nur moderne Kunst weiblicher Künstler zu sehen ist. Andererseits passt es bestens, denn die Heilige Gertrud (626 - 659) war eine moderne, liberale Nonne. Sie war selbst sehr gebildet und setzte sich dafür ein, dass auch Mädchen lesen und schreiben lernen sollten - im finsteren siebten Jahrhundert alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Curt Delander zum EXPRESS: „Gertruds Wirkung ist noch heute zu spüren. Die Menschen verändern sich, wenn sie den Raum betreten. Manche knien nieder und fangen an zu beten.“ Die Steine der Gertrudiskapelle sind nie entweiht worden. Deshalb, so Delander, sei das immer noch ein sakraler Ort.

Die Bonner lieben die Heilige Gertrud. So haben sowohl die Firma Kastenholz als auch der Beueler Schifferverein Wallfahrtsfahnen gestiftet. Delander: „Die werden Marianne Pitzen und ich mitnehmen, wenn wir im September bei der Wallfahrt in Nevilles mitmachen.“ In diesem belgischen Ort ist die Heilige Gertrud geboren.

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