Pantheon, 19 Uhr: Die Türen schließen, das Licht geht aus, dumpfe Klänge, die Vorstellung beginnt. Erstmals führt die Bonnerin Molly Spitta (47) Regie. Es ist eine Premiere im Achterbahn-Stil.
Schwungvolle Höhen, langweilige Tiefen. Es geht zunächst abwärts: In düsteren Gewändern schleichen Propheten auf die Bühne. Die erste Pointe zündet nicht: Ein Prophet sieht die Fertigstellung des WCCB, volle Stadtkassen, eine rosige Zukunft – „und die Welt ist eine Scheibe“. Und so platt ist auch der Gag!
Aufwärts: Norbert Alich (57) als Herrmann Schwaderlappen und Rainer Pause (65) alias Fritz Litzmann torkeln auf die Bühne, die Vorstellung nimmt Fahrt auf. Das „WC CCCCB“ und der „Ober-b-b-b- bürgermeister“ – frei nach Schwaderlappen – garantieren erste Lacher.
Doch schon die nächsten Nummern führen wieder ins Pointen-Tal. Mief & Sharif stinken mit ihrem Lied über Körpergeruch nicht gegen Alich und Pause an. Der „Beschneider aus dem Vorgebirge“ schneidet nicht besonders gut ab.
Es geht bergauf. Die Premiere nimmt Fahrt auf. Massimo Tuveri zitiert in feinstem Schwachsinns-Schwedisch seinen Zusammenprall mit einem Elch: „Ich glöb, ich bömst den Ölk!“ Und mit einem Film über die spektakuläre Expedition Curiosity Bad Godesberg geht es schwungvoll in die Pause.
Die Fahrt geht rasant weiter. Zwei Mariechen berichten – hinter einem Tuch sitzend – von ihrem Ausstieg aus der Karnevals-Sekte. Bützen, schunkeln, immer lächeln – der Karneval bekommt sein Fett weg.
Während Alich und Pause sich mit „Korn“ und „Kölsch“ genüsslich in einen Rausch blödeln. Sind Frauen aus Gütersloh und Wölfe mit Burn-out nicht der rechte Schwungbringer? Und Gabi Busch und Maryam Yazdtschi, die sich für die Erhaltung des Stroms einsetzen, sind ohne Energie.
Noch tiefer ins Jammertal geht es mit der Verfassungsschutz-Nummer. Da helfen auch Hitler-Witze nicht.
Höhepunkt und letzte Nummer: die Hits der Flower-Power-Zeit mit kölschen Texten. Echte Fründe auf Sound of Silence – Höhner & Garfunkel! Super Ausstieg. Keine Übelkeit, eine flotte Fahrt.
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