Empfehlen | Drucken | Kontakt12.01.2010 - 19:30 Uhr

Bäder & Stadthaus: Hier fällt der Sparhammer

Von JESSICA BACKHAUS und MARION STEEGER
Pleitegeier überm Stadthaus: 50 Millionen Euro Miese pro Jahr, 390 Millionen Euro Kassenkredite.
Pleitegeier überm Stadthaus: 50 Millionen Euro Miese pro Jahr, 390 Millionen Euro Kassenkredite.
Foto: Erhard Paul
Bonn –  

Am Aschermittwoch ist alles vorbei...

Dann wird es bitter, wird im Rat Tacheles geredet. Die Bonner erfahren pünktlich zur Fastenzeit, wie der Stadtkämmerer, wie die Politiker sparen wollen.

Im Klartext: Nach den rosigen Versprechungen von OB Jürgen Nimptsch fürs Jahr 2010 kommen die Giftlisten auf den Tisch. Satte 50 Millionen Euro fehlen in der Stadtkasse.

Jahr für Jahr! Ein Mann hat sich jetzt schon getraut, Sparpläne offenzulegen: CDU-Fraktionschef Georg Fenninger.

Schwimmbäder: Als EXPRESS ihn fragt, ob ein Schwimmbad dichtgemacht werde, stellt Fenninger klar: Mindestens eins stehe zur Disposition.

Bonn-Ausweis: „Den müssen wir überdenken und verbessern.“ Fenninger hält es für falsch, mit 1,8 Millionen Euro von insgesamt 2,3 Millionen „die Stadtwerke zu unterstützen“. Heißt: Weil Bonn-Ausweis-Besitzer Ermäßigung bei Bus und Bahn bekommen, zahlt die Stadt an die SWB.

Büchereien: Werden welche dichtgemacht? Fenninger: „Wir planen das Haus der Bildung. Da könnte man Dinge hinverlagern.“

WCCB: „Wir hoffen, hier keine Zuschüsse zahlen zu müssen“, so der CDU-Politiker. Private Investoren sollen das ermöglichen.

Städtisches Personal: Hier, an die 5.500 Mitarbeiter, müsse man ran. Geplant: ein „natürlicher Abbau wie bei der Oper“. Dort wurden 144 Stellen in neun Jahren abgebaut, 12 Millionen Euro gespart.

Die SPD will raus aus dem Stadthaus, es verkaufen. Denn in das marode Verwaltungsgebäude müssten in den nächsten 10 Jahren 80 Millionen Euro gepumpt werden.
Die Grünen wollen durch geschicktes Management Millionen im Bereich „Unterbringung von Hartz-IV-Empfängern“ einsparen.

Und setzen drauf, den Haushalt 2011 komplett umzukrempeln. Bevor die Verwaltung ihre „Wünsche“ anmeldet, sollen Eckwerte festgezurrt werden. Fraktionssprecher Peter Finger: „Wir wollen einen Kassensturz. Wie viel Erträge sind realistisch zu erwarten? Und so viel kann auch nur ausgegeben werden.“

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Trotz der vielen Probleme stehen die Tannenbuscher zu ihrem Viertel. „Tannenbusch ist nicht so schlecht wie sein Ruf“, sagt Bekir Ayalp (38).  Aber vor allem Dreck und Kriminalität seien ein Problem. „Bei mir zu Hause wurde auch schon eingebrochen.“ Ayalp schlägt vor, dass der Stadtteil videoüberwacht wird, um Einbrecher abzuschrecken.
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