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Heimatlos und unerwünscht Nach Urteil: Keiner will Man-Ki Kim

Man-Ki Kim vor der Urteilsverkündung

Man-Ki Kim vor der Urteilsverkündung

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Erhard Paul Lizenz

Bonn -

Freitagmorgen, 10.04 Uhr: „Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil“, hebt Richter Dr. Jens Rausch an. Am 120. Verhandlungstag – mehr als 19 Monate nach Prozessauftakt – hat die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts am Freitag Man-Ki Kim (52) und Co. verurteilt. Sechs Jahre und sechs Monate schicken die Richter Kim in den Knast. Doch der sitzt seltsam unbeteiligt auf der Anklagebank. Dabei droht ihm nach dem Knast eine ungewisse Zukunft: Keiner will Man-Ki Kim!

Ab und zu schüttelt Kim während der mehr als drei Stunden dauernden Urteilsbegründung den Kopf. Ansonsten lächelt der ehemalige WCCB- „Investor“ viel.

Ganz anders die Mitangeklagten: Ha Sung Chung (50) stützt lange den Kopf in die Hand, Wolfditrich Thilo (67) richtet seinen Blick bekümmert auf den Tisch. Die Rechtsberater Kims müssen für besonders schweren Betrug und Bestechung (Chung) drei Jahre, drei Monate und für Beihilfe zum Betrug im besonders schweren Fall (Thilo) zweieinhalb Jahre in Haft.

Die Kammer war sich nach 1400 verlesenen Urkunden, zwei Reisen in die USA und nach Korea, Sichtung von 21?000 Blatt Material in 77 Aktenordnern und über 100 vernommenen Zeugen sicher: Kim hat sich des besonders schweren Betrugs in zwei Fällen und Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung schuldig gemacht.

Die Richter sind überzeugt, dass Kim Stadtrat und Verwaltung gezielt darüber täuschte, hinter seiner Firma SMI Hyundai stehe der erfolgreiche Auto-Konzern. „Sie unterlagen mehrheitlich der Illusion, ein international handelndes koreanisches Unternehmen suche einen Standort in Europa und sei in Bonn fündig geworden“, so Rausch. Die Kammer verkenne aber nicht, dass es Kim & Co. leichtgemacht worden sei.

Völlig unklar ist, wie es nach dem Knast mit Man-Ki Kim weitergeht. Laut Aussage seiner Verteidiger ist der Koreaner in seiner Wahlheimat USA (seine Frau lebt mit den beiden Kindern in Virginia) nicht mehr willkommen. Und auch aus der Bundesrepublik wird Kim nach Verbüßen der Strafe (der Haftbefehl bleibt aufrechterhalten!) voraussichtlich abgeschoben werden.

Kims Familie war bei der Urteilsverkündung nicht dabei. Merkwürdig: Auch die Politik war nicht vertreten.