Fünf Mann gegen einen: Sie erpressten und vergewaltigten ihn, schlugen ihn zusammen und filmten alles mit dem Handy. Am Ende war Jonathan F. (Name geändert) verletzt, gedemütigt und in der Seele zerstört.
In der Nacht zum 20. Februar 2012 lernten die fünf Russen (25 – 48) ihr Opfer bei einer Geburtstagsfeier in einem Billardcenter in Sankt Augustin kennen. Jonathan F. (Name geändert) erzählte, er habe 10.000 Euro gewonnen. Das brachte den bereits vorbestraften Hauptangeklagten (48) auf die Idee: Monatlich verlangte er 1300 Euro von F., „um ihm Schutz zu gewähren“. Dafür sollte er ihn zum Schein in seiner Videothek anstellen, das Geld als Gehalt überweisen.
Jonathan F. weigerte sich. Ihm wurde gedroht: „Lauf um dein Leben, sonst mache ich dich alle.“ Als der 24-Jährige flüchtete, wurde er von den Angeklagten eingeholt, ohnmächtig geprügelt und ins Auto gezerrt: „Wir fahren in den Wald und bringen dich um!“
Grab ausgehoben
Am Friedhof Sankt Augustin-Mülldorf wurde für ihn zum Schein ein Grab ausgehoben.
Anschließend soll F. vom 48-Jährigen Anführer zum Oralverkehr gezwungen worden sein. Ein anderer nahm die Sex-Szene mit dem Handy auf, wollte F. damit erpressen. Anschließend ließen sie ihn laufen.
Im Prozess dient das Video als Beweismittel. Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Tätern gemeinschaftliche, versuchte schwere Erpressung und gefährliche Körperverletzung vor, dem 48-jährigen mutmaßlichen Anstifter zusätzlich Vergewaltigung, Nötigung und Bedrohung. Das Urteil soll am 7. September gefällt werden.
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