Seit Freitag stand er plötzlich da, am trostlosen Kessenicher Bahnübergang am Rheinweg: der große, graue Kasten, vom Rost angefressen. Merkwürdige Geräusche drangen aus dem Apparat - die Passanten waren alarmiert! Die Polizei kappte daraufhin vorübergehend die Stromzufuhr - dabei ist der Würfel Kunst, gehört zu den „PassionenStationen“.
Als Klangkünstler Sergej Maingardt (39) am nächsten Tag nach dem Rechten sah, traf er auf eine Polizistin. Die hatte die Kiste am Tag zuvor ausgemacht. „Sie wollte wohl wissen, was es damit auf sich hat. Aber inzwischen hatte sich alles geklärt“, sagt Sergej.
Derzeit tönt es an dreizehn Stellen in Bonn. „Die Installationen sollen zum Innehalten auffordern“, sagt Axel von Doebbeler (59) vom Evangelischen Forum, das zusammen mit dem katholischen Bildungswerk und dem Kunstmuseum das Projekt betreibt. So kann man zum Beispiel an der Reuterstraße am Botanischen Garten dem Gras beim Wachsen zuhören.
Im Kottenforst soll eigentlich ein Windspiel die Spaziergänger verzaubern. ’Doch es ist weg, wurde geklaut. „Anscheinend war es einigen zu laut“, vermutet von Doebbeler.
Auch bei den fast stillen Glocken unter der Nordbrücke ging es kurios zu. Das Ordnungsamt wollte eine Lärmmessung – dabei übertönt der brüllenden Autobahnlärm dort alles.
„Es handelt sich um das normale Prozedere, wie es bei jeder Veranstaltung gemacht wird“, sagt dazu eine Stadtsprecherin. Die Probemessungen waren übrigens unauffällig . . .
Noch bis Ostern 2013 können die Bonner den Installationen lauschen. Im Kunstmuseum gibt es eine Ausstellung mit Videos. Mehr Informationen unter: http://www.passionenstationen.de
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