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Empfehlen | Drucken | Kontakt 12.03.2013 - 18:43 Uhr

Ganz übel, Bonnorange: Was für ein Winter-Fiasko!

Von OLIVER PERGHER
Dienstag früh, der Wutpegel am Anschlag: Etliche Bonner steckten im Schneechaos fest. Auch ein Räumfahrzeug…
Dienstag früh, der Wutpegel am Anschlag: Etliche Bonner steckten im Schneechaos fest. Auch ein Räumfahrzeug…
Foto: Erhard Paul
Bonn –  

Frost-Frust in Bonn: Dass die Stadt am Dienstagmorgen in Schnee und Chaos versank, können sich die Kehrmännchen von „Bonnorange“ mit auf die Fahne schreiben. Denn: Die Lawine kam mit Ankündigung – der Winterdienst wurde trotzdem kalt erwischt. Zur Frühschicht fiel spontan fast die halbe Streuflotte aus.

Kein Witz: Nach Plan hätten Dienstag ab 4 Uhr alle zehn „Bonnorange“-Streuwagen auf Tour gehen sollen. In Bewegung setzten sich davon aber nur sechs. Bonnorange-Sprecherin Petra Heimann: „Leider mussten vier Fahrzeuge um 4 Uhr noch repariert werden: Bei einem streikten die Bremsen, bei einem der Streuer, bei den anderen beiden mussten die Schneeschippen gerichtet werden.“

Ein frostiges Fiasko zum ungünstigsten Zeitpunkt. „Eine bodenlose Unverfrorenheit“, schimpft z.B. Elke Markus (41), die von Menden bis Bonn mehr als eine Stunde brauchte.

Meteorologe Dr. Karsten Brandt von donnerwetter.de: „Der wirklich starke Schneeschub in Bonn ging zwischen drei und vier Uhr los.“ Die Streu-Kolonne leider nicht – weil offenbar niemand rechtzeitig geprüft hat, ob die Fahrzeuge verkehrstauglich sind.

Heimann erklärt: „Wir haben ja auch recht alte Streuwagen. Die Reparaturen gingen um 4.30 Uhr los, danach lief alles nach Plan.“ Laut Wetterfrosch Brandt war der Temperatursturz zwar vorhersehbar, aber in dieser Wucht ungewöhnlich.

Müssen wir uns jetzt also mit verschneiten Straßen abfinden? Es geht auch anders! Alexander Vonnahme kennt sich mit Schnee aus. Mit viel Schnee! Er ist Leiter des Winterdiensts in der Rodel-Hochburg Winterberg (Hochsauerlandkreis): „Wir haben auch zehn Streuwagen im Einsatz – bei knapp über 13 400 Einwohnern reicht das.“

Zum Vergleich: In Siegburg (40 . Einwohner) ziehen 11 Streuwagen ihre Kreise, in der Millionenstadt Köln werden bis zu 60 Fahrzeuge eingesetzt. Und Bonn? Für 320.000 Einwohner gingen im Winter-Frühdienst schlappe sechs funktionstüchtigen Streuer an den Start.

Vonnahme: „Es ist eine Geld-Frage. Aber die Ausstattung in Bonn scheint da tatsächlich sehr mager zu sein. Dass keine Ersatzfahrzeuge parat standen, geht allerdings gar nicht!“

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