Von Weitem sieht es aus wie auf einem gewöhnlichen Friedhof: Grabeinfassungen, Ewiges Licht, Kreuze. Die Besucher hinterlassen Blumen. Doch auf dem zweiten Blick bemerkt man: Auf den Grabplatten sind nicht die Namen von Personen, sondern von Hunden und Katzen verewigt.
Die englische Bulldogge Melvin wurde nur drei Jahre alt. Nicht weit von ihr ruht Australian Shepherd „Sammy“. Er starb mit sieben an Lungenentzündung. Die beiden Hunde fanden ihre letzte Ruhe auf dem Bönnschenhof in Oberpleis bei Königswinter, dem einzigen Tierfriedhof für des Menschen besten Freund im Umland.
Seit gut acht Jahren betreibt Ricarda Jankowski zusammen mit ihrer Schwester diese letzte Ruhestätte für die Haustiere. „Früher bestatteten die meisten ihre Haustiere im Garten, doch nun haben die Leute oft keinen Garten und wollen außerdem eine Erinnerung an ihren besten Freund haben“, so die 49-Jährige.
Die Trauernden scheuen keine Kosten für eine würdige Ruhestätte. Für ein großes Einzelgrab zahlen sie hier rund 95 Euro Miete pro Jahr. Ein anonymes Reihengrab ist da ab 15 Euro schon deutlich billiger.
Die meisten Haustiere, die hier bestattet wurden, sind Hunde und Katzen. Doch auch Ratten. Mäuse und sogar eine Möwe fanden hier ihre letzte Ruhestätte. 195 Reihengräber und 210 anonyme Gräber wurden hier bereits angelegt. Auch eine Bestattung in einem Kartonagesarg ist möglich.
Manch ein Besitzer gab seinem Liebling Tierfutter mit ins Grab, weiß Ricarda Jankowski. Einem der Hunde legte sein Herrchen Taschentücher in den Sarg, weil er die sein Leben lang gerne geklaut hat. „Und einmal hielt sogar ein Laienprediger eine Rede am Grab.“
Weitere Infos unter boennschenhof.de
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