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Flugblatt-Aktion Bonner Bombe! Tappt Polizei noch im Dunkeln?

Fleißig verteilten Hauptkommissar Volker Tiemeyer (59) und Oberkommissar Wolfgang Vaessen (52) Flugblätter an Passanten.

Fleißig verteilten Hauptkommissar Volker Tiemeyer (59) und Oberkommissar Wolfgang Vaessen (52) Flugblätter an Passanten.

Foto:

Erhard Paul Lizenz

Bonn -

Es fühlt sich an wie der Griff nach dem Strohhalm: Am Montag verteilte die Polizei vor dem Hauptbahnhof Flugblätter zum Bombenfund auf Gleis 1. Der ist aber nun schon sieben Wochen her. Warum erst jetzt diese Aktion? Gibt es keine heiße Spur? EXPRESS hakte nach.

Die Flugblatt-Verteilung ist eine gemeinsame Aktion von Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesanwaltschaft. Eine Sprecherin: „Am Mittwoch haben wir mit unserer Öffentlichkeitsfahndung begonnen, die jetzt durch die Flugblattaktion unterstützt wird.“

Deshalb verteilten am Montag 30 Polizisten am Hauptbahnhof und seiner Umgebung 1500 Flugblätter mit einem aktualisierten Fahndungsfoto. Darauf ist auch das neue Bild des Taschen-Trägers, gefilmt von Bahnhof-Kameras.
Die Uhrzeit 12 bis 14 Uhr war bewusst gewählt: BKA und Bundesanwaltschaft wollten mit der Aktion die gleichen Pendler wie vor 50 Tagen erreichen, als Passanten gegen 14 Uhr Alarm schlugen.
Viele Bonner unterhielten sich mit den Polizisten. Schon bald darauf waren alle Flugblätter verteilt.

Klar ist: Noch immer scheint es keine heiße Spur zu geben – dabei gingen schon mehrere hundert Hinweise ein. Ermittelt wird mittlerweile in alle Richtungen. Die Bundesanwaltschaft vermutete, eine radikal-islamistische Vereinigung sei verantwortlich für das Ablegen des verdächtigen Paketes auf Gleis 1. Im Januar nahm man das rechte Milieu mit in den Fokus. Auch ein unpolitisches Motiv wird offenbar nicht ausgeschlossen.

Der Rat der Muslime Bonn wehrt sich gegen mögliche Vorverurteilungen, spricht von einer „Bahnhofsbombenparodie“. Die Deutsche Bahn hat eine Belohnung von 50.000 Euro ausgesetzt.