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Flüchtlings-Unterbringung: Die unterirdische Informationspolitik der Stadt Bonn

Flüchtlinge Bonn

So berichtete EXPRESS am Samstag, den 13. Februar.

Bonn -

Keine neuen Flüchtlinge bis Ostern – Mehr Zeit, Alternativen zu Turnhallen zu finden! Auf den ersten Blick gute Nachrichten, die am vergangenen Donnerstag aus dem Presseamt kamen. 

Aber: Die Hintergründe wurden nicht mitgeliefert. Schnell war Verwirrung angesagt – und die zieht sich bis heute. Die Informationspolitik der Stadt Bonn ist – ausgerechnet bei einem solch sensiblen Thema – unterirdisch!

Überall Chaos

Rückblende: Die Nachricht vom Aufschub war noch keine Stunde alt, als die Bezirksregierung Köln dieser Zeitung erklärte, dass eine Vereinbarung dahinter steckt: Nur wenn die Stadt bis Ende Februar  Haus 6 der Ermekeilkaserne mit 340 Flüchtlingen räumt, kommen bis Ostern keine neuen Zuwanderer. Das Haus werde für eine Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge benötigt.

Erst auf EXPRESS-Anfrage bestätigte Stadtsprecherin Monika Hörig diesen Deal. Auf  Nachhaken, wo die 340 Zuwanderer denn nun hin sollen, erntete man bei ihr Schulterzucken.

Übrigens: Die Bezirksregierung Arnsberg – eigentlich zuständig für die Zuweisung –  schäumte zum selben Zeitpunkt noch darüber, von dem Deal gar nicht Bescheid zu wissen. 

Freitag setze dann das Robert-Wetzlar Berufskolleg einen öffentlichen Hilferuf ab (EXPRESS berichtete). Seine Turnhallen dürften seit  15. Dezember nicht genutzt werden, weil dort Flüchtlinge unterkommen sollen. Seitdem stünden sie aber leer. Eine Nachfrage  zu dem Fall beim Presseamt wurde mit  „Dazu werden wir uns frühestens am Montag äußern“ beantwortet. 

Wo sollen die 340 Menschen hin?

Noch Freitagnachmittag bringt die SPD-Ratsfraktion einen Dringlichkeitsantrag ein. Unter anderem möchte auch sie wissen, wo die 340 Menschen hin sollen und ob es noch weitere „Rahmenbedingungen“ für den Zuweisungsstopp gebe.

Offensichtlich wusste das Presseamt  da schon mehr! Denn Samstag wurde bekannt, dass die Zuwanderer aus Haus 6 unter anderem in den Hallen des Robert-Wetzlar Kollegs einquartiert werden sollen.

Ein Insider (Name der Redaktion bekannt) aus dem Umfeld der Ermekeilkaserne am Sonntag gegenüber EXPRESS: „Die meisten Flüchtlinge werden erst Montag erfahren, dass sie in zwei Wochen raus müssen.“

In Haus 6 herrsche Angst und Verwirrung.  „Das sind 340 Menschen, kein Vieh“, mahnt der Insider. Dort lebten Familien, Kinder, Schwangere. „Sie alle sind froh, nach dem Flucht-Horror endlich eine feste Unterkunft zu haben. Und jetzt sollen sie in Turnhallen?“