Es bleibt das Problemkind Nummer eins: Das World Conference Center Bonn, kurz: WCCB. Kommt der Bau über den Winter? Und wenn ja, wann wird er fertig? Bonns OB Jürgen Nimptsch stöhnt: „Das WCCB frisst Stunde um Stunde.“
Sechs Stunden am Tag, schätzt Nimptsch, befasst er sich nur mit diesen Thema. Macht bei 18 Tagen seit der Amtseinführung 96 Stunden! Gestern konnte der OB einen Teilerfolg vermelden: Ab Montag kommen die Heizungsbauer. Nimptsch: „Ab der ersten Dezemberwoche ist das WCCB dann beheizt.“
Voraussetzung für den Fortgang der Bauarbeiten war die Einigung zwischen Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Zwangsverwalter Jörg Nerlich. Der war vom Hauptgläubiger, der Sparkasse Köln Bonn, eingesetzt worden. Nachdem die beiden sich geeinigt haben, wird jetzt auch die wichtigste Frage geklärt:
Was ist das WCCB wert? Deshalb begutachtet die Spezialfirma „Fröhlich, Gildhoff & Moersch“ die Baustelle. Die Spezialisten untersuchen jeden der 90. 000 Kubikmeter.
Holger Voskuhl, Sprecher des Insolvenzverwalters, zum EXPRESS: „Bevor man mit Investoren konkret verhandeln kann, muss man erst wissen, von welcher Summe wir ausgehen können.“
Zur Erinnerung: Als 2005 der Vertrag für das WCCB mit der Stadt abgeschlossen wurde, lagen die Baukosten bei 100 Millionen Euro. Inzwischen dürften schon rund 185 Millionen Euro in den Bau geflossen sein – und ein Ende ist nicht abzusehen.
In zwei bis drei Wochen wird die Expertise vorliegen. OB Nimptsch: „In der Dezember-Ratssitzung werden wir dann entscheiden, was weiter passiert.“ Drei Möglichkeiten sind denkbar: 1. Das WCCB wird zwangsversteigert; 2. Es tritt der sogenannte „Heimfall“ ein, dann müsste die Stadt zahlen; 3. Der Komplex wird, was dem OB am liebsten wäre, von einem Dritten übernommen. Im Idealfall, so Nimptsch, sei das WCCB im Frühsommer fertig. Und er fügt hinzu: „Hauptsache, das Kongresszentrum ist fertig, ob die Hotelgäste dann schon in der Therme schwimmen können, ist mir erst einmal wurscht.
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