Jetzt ist es raus: Die Post hat mal wieder die Spendierhosen an und sponsert die China-Tournee des Bonner Beethoven Orchesters Ende des nächsten Jahres.
Für die 85 Musiker und Generalmusikdirektor Stefan Blunier wird es anstrengend und schön zugleich. Sie spielen vom 29. Dezember 2011 bis zum 5. Januar 2012 sechs Konzerte in sechs Städten. Aber die finden alle in modernen Konzerthäusern statt, also kein Vergleich mit der abgetakelten Beethovenhalle.
Keiner der Konzertsäle ist älter als 15 Jahre. Das National-Centre of Arts in Peking zählt sogar zu den architektonischen Glanzleistungen des neuen Jahrtausends.
Auf der China-Reise wird die Stadt Bonn durch ihren Kulturdezernenten Martin Schumacher vertreten. Warum fährt der Oberbürgermeister nicht auch mit? Jürgen Nimptsch nannte dem EXPRESS einen außergewöhnlichen Grund: „Ich habe einfach keinen so rechtzeitigen Rückflug von Chengdu nach Deutschland gefunden, dass ich bei der Prinzenproklamation 2013 wieder in der Stadt bin. Also verzichte ich schweren Herzens auf die Reise. Denn gerade als OB muss ich bei der Proklamation anwesend sein.“
Die Tournee ist auch eine logistische Herausforderung. Vom Kontrabass bis zur Piccoloflöte, vom Frack bis zur Seidenfliege: Alles muss nach Asien gebracht und dort punktgenau quer durchs Land verfrachtet werden. 25.000 Kilometer werden die Musiker zurücklegen.
Christof Ehrhart, Kommunikationschef der Deutschen Post: „Das muss bei gleichbleibender Temperatur und ohne Erschütterungen geschehen. Aber wir schaffen das.“
Das Interesse am Bonner Orchester ist im Beethoven-verrückten China riesengroß. Schon jetzt ist das Konzert in Hongkong am 29. 12. 2011 ausverkauft. Kein Komponist wird im Fernen Osten so verehrt wie der große Ludwig van Beethoven.
Deshalb steht allein dreimal die „Neunte „mit dem Schlusschor „An die Freude“ auf dem Programm - auch am 5. Januar 2012, wenn die Bonner Musiker in der Partnerstadt Chengdu die Tournee beenden werden.
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