Busen-Betrug in der Klinik! Eine Bonnerin sitzt bald auf der Anklagebank, weil sie ihre Brust-Vergrößerung bei ihrer Krankenkasse abrechnete - allerdings als Unterleibs-OP.
Einen größeren Busen - davon träumen viele Frauen. Das Problem: Die Operation ist ziemlich teuer und die Krankenkassen haben kein Interesse an großen Busen ihrer Kundinnen - sie übernehmen die Kosten meist nicht.
Marja J. (Name geändert) wollte trotzdem unbedingt einen größeren Busen. Die findige Bonnerin, damals 25 Jahre alt, organisierte einen Arzt, der sich auf Schönheitsoperationen spezialisiert hatte - und offenbar ein illegales Schlupfloch für die Finanzierung nutzte.
Im Mai 2005 betrat Marja die Räume des Arztes in einer Frauenklinik im Ruhrgebiet. Sie vereinbarten eine „kosmetische Brustvergrößerung.“ Zwei Tage lag die Bonnerin in der Klinik, ließ sich zwei Brustimplantate einsetzen.
Die privat krankenversicherte Marja reichte eine Rechung bei ihrer Kasse ein - von einer Busen-Vergrößerung war da mit keinem Wort mehr die Rede. Der Arzt hatte eine Rechnung in Höhe von 4400 Euro ausgestellt - für die Behandlung von Unterleibsbeschwerden. Zusätzlich forderte der Chrirurg 894 Euro für den Einsatz des Anästhesisten. Auch in der Rechung vermerkt: Ein stationärer Klinikaufenthalt von jetzt plötzlich sogar 19 Tagen.
Die Kasse zahlte die geforderten 5869 Euro und Marja trug ein paar Jahre lang mit Freude ihren neuen Busen. Doch dann flog die Sache doch noch auf. Ende November muss sie sich bei Amtsrichterin Vera von Schnakenburg wegen Betruges verantworten.
Der Arzt aus dem Ruhrgebiet dürfte auch nicht ungeschoren aus dem Busen-Betrug herauskommen. Ihm werden Mauscheleien in einer Vielzahl vergleichbarer Fälle vorgeworfen. Der Schönheitschirurg hat ein eigenes Verfahren zu erwarten. In Bonn wird er seine „Patientin“ Marja bald wiedersehen - das Gericht hat ihn als Zeugen geladen.
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