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Experten sicher: Bahnhofs-Bombe hatte einen Zünder

Am Tag nach der Razzia entdeckten die Beamten Sprengstoff in Marco G.s Wohnung.
Am Tag nach der Razzia entdeckten die Beamten Sprengstoff in Marco G.s Wohnung.
Foto: Kuffner
Bonn/ Karlsruhe –  

Monatelang beschäftigte die Ermittler in Sachen versuchtes Bombenattentat auf den Bonner Hauptbahnhof vor allem diese Frage: Wo ist der Zünder? Denn ohne ihn könnte man dem Verdächtigen Marco G. (26) nicht nachweisen, dass der Sprengsatz tatsächlich hätte in die Luft fliegen sollen.

Jetzt sind sich die Ermittler aber sicher: Die Bonner Bombe hatte einen Zünder! „Nach der Gesamtschau der Indizien gehen wir davon aus, dass es sich um einen zündfähigen Sprengsatz gehandelt hat und sein Zünder vermutlich bei der Entschärfung zerstört wurde“, sagte Marcus Köhler, Sprecher der Bundesanwaltschaft, auf EXPRESS-Anfrage.

Erst am Wochenende war bekanntgeworden, dass die Ermittler in der Wohnung des Bonner Salafisten G. eine Bomben-Bauanleitung nach Al-Kaida-Vorbild gefunden hatten. „Für eine Attrappe war der Sprengsatz viel zu aufwendig“, so Köhler. Sollte es zum Prozess kommen, wird G. übrigens vor einem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf vor Gericht gestellt. Doch so weit ist es noch nicht.

„Die Ermittlungen laufen weiter“, betont Köhler. „Die Verdachtsmomente gegen G. haben sich zwar erhärtet, doch insbesondere die Frage der möglichen Tatbeteiligung weiterer Personen aus dem militant-salafistischen Umfeld kann noch nicht abschließend beurteilt werden.“

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