Komm, lass uns ein Bier trinken gehen! Was als Ausdruck rheinischer Lebensfreude niemanden wundern sollte, bereitet den Menschen in der Königswinterer Altstadt ernsthafte Probleme. Drei Kneipen haben hier innerhalb der letzten sechs Wochen geschlossen.
Die urige Kneipe „schmitz“ – dicht! Das Traditions-Lokal „Café Europa“ – dicht! Die gerade vor einem guten Jahr neu eröffnete Gaststätte „Em Veedel“ – dicht!
Was ist da in der Altstadt los? „Den Kollegen bleiben schlicht die Gäste weg“, sagt Manfred Maderer (Hotel „Loreley“), Vorsitzender des Königswinterer Hotel- und Gaststättenverbands.
Die Probleme in der Altstadt seien vielfältig, so der Hotelier: „Das Gewerbe ist im Gros unattraktiv. In jedes leerstehende Geschäft zieht ein Ramschladen ein, damit zieht man keine Kunden. Das merken auch die Gastronomen – gerade in der Fußgängerzone.“
Hier liegen auch die drei kürzlich geschlossenen Kneipen – in 500 Metern Laufweite direkt in oder an der Peripherie der Fußgängerzone. Hinzu käme, dass die Verpächter zu wenig an den Häusern täten und dafür zu hohe Mieten verlangten, so Maderer.
Derzeit kämpfe Königswinter eh gegen ein schlechtes Image und miese Nachrichten. Maderer: „Es werden Unsummen für verschiedenste Projekte angepackt, die nicht richtig funktionieren: Drachenfels-Neubau, Marktplatz, Eselsweg Das merken sich die Leute.“
Außerdem sei die Parkplatzsituation in der Altstadt gerade für Tagesausflügler heikel, sagt Maderer: „Dabei handelt es sich vor allem um Senioren. Wenn die aus dem Bus steigen, müssen sie etliche Hundert Meter laufen, bis sie in der Altstadt sind. Da kommt keiner ein zweites Mal.“
Einen Vorwurf macht der Hotelier auch den Politikern: „Die Altstadt wird viel zu stiefmütterlich behandelt, weil der Großteil der Wähler in den Berggemeinden sitzt.“
Manfred Maderer sorgt sich sehr um die Zukunft Königswinters: „Als ich das Hotel 1982 übernommen habe, hatten wir in der Altstadt 53 Kneipen, heute sind es gerade noch sechs. Ich weiß nicht, wo das noch hinführen soll, wenn nicht bald gute Konzepte für die Zukunft vorgelegt werden.“
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