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Erneuter Vorfall: Chemiepark: Leck in der Kerosin-Leitung

Imposant, aber auch bedrohlich: Der Anblick der chromblinkenden Werksgebäude im Chemiepark Wesseling/Godorf sorgt bei manchem für ein ungutes Gefühl.
Imposant, aber auch bedrohlich: Der Anblick der chromblinkenden Werksgebäude im Chemiepark Wesseling/Godorf sorgt bei manchem für ein ungutes Gefühl.
Foto: dpa
Wesseling/Godorf –  

Flammen lodern über den Dächern der Raffinerien, verbrennen Gase, aus Werksrohren schießt Dampf, an den Straßen stehen Notfallabsperrungen – für den möglichen Super-GAU.

Allein die Fahrt durch Wesseling/Godorf verursacht bei vielen ein schauriges Gefühl. Vor knapp sechs Wochen kam es hier in einer Chemieanlage zu einer gewaltigen Explosion, die selbst noch viele Bonner aus dem Schlaf riss. Jetzt gab es wieder einen Vorfall.

Eine unterirdische Kerosinleitung ist leckgeschlagen. Sie verläuft zwischen dem Wesselinger Werk der Rheinland Raffinerie (Shell) und einem Tanklager. Wie viel Flugbenzin in die Erde sickerte und was das für die Umwelt bedeutet, ist noch unklar.

Die Leitung ist 800 Meter lang, liegt in zwei bis vier Metern Tiefe, an einer Stelle läuft sie unter der B 9 entlang. Bereits letztes Wochenende war in dem Rohr ein Druckabfall festgestellt worden. „Wir haben die Leitung am Sonntag unverzüglich außer Betrieb genommen und vollständig geleert“, so Shell-Sprecher Constantin von Hoensbroech.

Auch die Kölner Bezirksregierung wurde eingeschaltet. Sie ist für die Überwachung der Anlagen zuständig, führt regelmäßige Kontrollen durch. „Wir nehmen die Sache ernst, stehen in engem Kontakt mit Shell“, erklärt Sprecher Oliver Moritz.

Chemie-Park Wesseling/Godorf: Immer wieder kommt es dort zu Zwischenfällen. So werden viele Anwohner den Megaknall am 21. Januar 2012 nicht so schnell vergessen. Bei Lyon-dell-Basell, weltweit drittgrößtes Chemieunternehmen, kam es in einer Polymeranlage zur Explosion. Sieben Mitarbeiter wurden verletzt.

2011 trat bei Shell zweimal eine größere Menge Schwefelgas aus, weil ein Ventil leckte beziehungsweise ein Kompressor ausgefallen war. Zudem kam es zum sechsten Mal seit November 2008 zu „Säure-Regen“. Die säurehaltigen Tröpfchen hatten sich im firmeneigenen Kraftwerk gebildet, den Lack von insgesamt 500 Pkw beschädigt.

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