Der WCCB-Skandal weitet sich aus. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft offenbar auch wegen Korruption gegen Bärbel Dieckmann. Es geht um 50 zusätzliche Zimmer im Kameha Grand.
Mittwoch Nachmittag im Designer-Hotel am Bonner Bogen: Ein Staatsanwalt bittet Hotel-Chef Carsten Rath um die Korrespondenz mit der Betreiber-Gesellschaft Bonn Conference Partner (BCP). Das ist ein 2008 gegründeter Zusammenschluss, dem Groß-Hotels, Tagungsorte und Museen, aber auch das WCCB plus Tagungshotel angehörten. Das Ziel: Es sollten mehr Kongresse nach Bonn gelotst werden.
Carsten Rath: „Wir haben etwa zehn Briefe ausgehändigt, die wir mit Mitgliedern des BCP gewechselt haben.“ Auch bei der Stadt und bei der BCP wurden gestern Korrespondenzen sichergestellt.
Fred Apostel, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte auf EXPRESS-Anfrage die Razzia: „Wir haben in verschiedenen Unternehmen Unterlagen mitgenommen.“ Der Hintergrund: Die Stadt soll dem Kameha-Bauherrn Dr. Jörg Haas eine Sondergenehmigung für 50 zusätzliche Zimmer nur unter der Bedingung erteilt haben, dass das Kameha dem BCP beitritt. Mitgliedsbeitrag pro Jahr: 100.000 Euro. Man könnte das auch als bönnschen Klüngel bezeichnen.
Allerdings soll das Bauamt der Extra-Genehmigung nicht zugestimmt haben. Der Antrag musste höheren Ortes entschieden werden. Verwaltungschefin war damals Ex-OB Bärbel Dieckmann.
Trotz des mutmaßlichen Deals gab es schnell Krach. Investor Haas hatte von Anfang an klargemacht, dass er mit seinem Geld das skandalumwitterte WCCB nicht unterstützen wolle. Das stellte auf Initiative von Insolvenzverwalter Christopher Seagon 2010 die Zahlungen in den BCP-Topf ein. Haas hatte die Nase voll und trat aus. Denn das WCCB wurde weiter von der Kongressgesellschaft vermarktet, obwohl es kein BCP-Mitglied mehr ist.
Marktgarage: Bürger Bund fordert neuen Aufzug
Gibt’s bald endlich einen neuen Aufzug für die Marktgarage? Nach EXPRESS-Bericht macht die Politik jetzt Dampf.
Ralf F. (50) erfror im eigenen Garten
Die Umstände seines tragischen Todes sind unklar. Bei der Bonner Staatsanwaltschaft läuft inzwischen ein Todesermittlungsverfahren.
„Bundespräsident spielen - Warum nicht?”
Mit Kästners Texten bestreitet Sittler sein neues Programm „Vom Kleinmaleins des Seins“. In Bonn spielt er es Dienstag um 20 Uhr in der Oper.