Die Filialleiterin der Bornheimer Raiffeisenbank, die den Reichen 7,6 Millionen vom Konto nahm und es den Armen gab, auf der Anklagebank.
Erika S. (62) sagt: „Die klammen Kunden waren heilfroh, dass ich ihnen geholfen habe.“ Das Gericht verurteilte den weiblichen Robin Hood des Vorgebirges zu 22 Monaten Knast auf Bewährung.
Die Leute kamen und fragten, ob ich nicht helfen könne. Da habe ich mich breitschlagen lassen. Vielleicht habe ich ein Helfersyndrom.“ Das sagt Erika S. (Name geändert), die von 1990 bis zu ihrer fristlosen Kündigung im März 2005 Filialleiterin der Raiffeisen-Bank in Bornheim-Widdig war.
Die Bankerin half kleinen Unternehmen in Not, katapultierte deftig in die Miesen gerutschte Dispos selbstlos in die schwarzen Zahlen (EXPRESS berichtete exklusiv). 7,6 Millionen Euro buchte S. ab Weihnachten 2003 in einem Jahr betuchten Privatkunden, darunter Millionäre, vom Sparbuch. Und konnte nicht alles wieder zurückführen: Gut 1,1 Millionen Euro Schaden entstand der Bank.
Erika S. hatte nichts von ihrem Samariter-Dienst. Die Bankerin (korpulent, lila Halstuch, rote Brille) schüttelte entschieden mit dem Kopf. „Ich habe in keinster Weise daran partizipiert, habe nichts für mich genommen.“
Ein Finanzkrimi mit Vorgeschichte: Schon einmal waren Erika S. die Umbuchungen über den Kopf gewachsen. 1999 war ein Riesen-Loch entstanden. Um das Minus auszugleichen, hatte S. extra einen Privatkredit über 300000 Euro aufgenommen.
Verteidiger Thomas Ohm: „Sie ist emotional mit ihrem Arbeitgeber, dem der genossenschaftliche Gedanke abhanden gekommen schien, über Kreuz geraten.“
Urteil des Schöffengerichts um Richterin Susann Ulbert: 22 Monate Knast auf Bewährung.
Kältefrei für die Schüler
Rhein-Sieg-Gymnasium: Wegen der total maroden Heizungsrohre und nicht vorhandener Wärmeisolierung konnte die Kälte durch Außenwände und alte Fenster in die Säle eindringen.
Erst Freispruch, bald lange Haft?
Die Angeklagte war 447 Tage aus dem Knast raus. Im Februar 2010 war die Multi-Millionärin Esther D. (56) in ihrer Villa mit einer Picasso-Schale erschlagen worden.
„Nils“ will jetzt mit den Ponys schmusen
Jungtier stand plötzlich auf Pferdehof. „Er will zwar offensichtlich nicht weg, und wir haben ihn alle liebgewonnen, trotzdem muss er in eine artgerechte Umgebung zu Artgenossen.“