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Er klaute Alkohol für 600 Euro : Luxus-Dieb griff zum Pfefferspray

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Ali M. am Montag mit seiner Verteidigerin Petra Eßer im Gerichtssaal. Angeblich wollte er sich mit  Pfefferspray und Messer nur die Flucht ermöglichen.
Ali M. am Montag mit seiner Verteidigerin Petra Eßer im Gerichtssaal. Angeblich wollte er sich mit Pfefferspray und Messer nur die Flucht ermöglichen.
 Foto: Jessica Backhaus
Troisdorf/Hennef –  

Es sollten nur die besten Tropfen sein. Aus Supermärkten in Hennef und Troisdorf klaute ein Kölner (35) Champagner und feine Whiskys. Und wenn er mal erwischt wurde – dann gab’s für die Verfolger eine Ladung Pfefferspray.

Die Beute verkaufte Ali M. (Name geändert) an einem Kiosk. „Ich bekam etwas mehr als die Hälfte des Preises“, erzählte der Junkie am Montag beim Prozessauftakt. M. ist des schweren räuberischen Diebstahls und der gefährlichen Körperverletzung angeklagt.

Am 26. Januar klaut der Kölner im Hit in Hennef drei Flaschen Moët & Chandon für 108 Euro. Als er den Kassenbereich passiert, wird er vom Ladendetektiv angesprochen. M. brüllt laut Anklage „Ich hab’ nichts“, sprüht Pfefferspray in der Gegend rum. Ein Supermarktmitarbeiter erleidet Augenreizungen und Atemnot.

Nachdem er am 11. April schon einmal im Rewe in Troisdorf drei Flaschen Schampus und elf verschiedene Flaschen Scotch (312 Euro) erbeutet hatte, schlug er am 17. April wieder zu. Mit drei Flaschen Champagner und drei Pullen Whisky – etwa zwölfjährigem Chivas Regal – für 180 Euro tritt M. die Flucht an.

Als der Rewe-Chef (38) ihn erwischt, zieht M. plötzlich ein Messer, sticht in Richtung Bauch des Mannes. „Dass ich Familienvater bin, hat den gar nicht interessiert. Da war eine solche Wut in seinen Augen“, erzählte der Rewe-Chef am Montag als Zeuge.
Zum Glück kann der 38-Jährige das Messer ablenken, erleidet nur einen Schnitt im Finger. Man kann M. festhalten, er wird festgenommen, kommt in U-Haft. Er hat alles gestanden.

Die entscheidende Frage im Prozess: Hat M. Messer und Pfefferspray eingesetzt, um sich selbst die Flucht zu ermöglichen oder um die Beute zu sichern? Im ersten Fall wäre es „nur“ Diebstahl und gefährliche Körperverletzung (ab sechs Monate), im zweiten wie angeklagt schwerer räuberischer Diebstahl mit gefährlicher Körperverletzung. Strafe: fünf Jahre aufwärts!

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