Dreister Motorrad-Klau in Bonn: Cevdet A. nutzte die Probefahrt, um sich aus dem Staub zu machen. 20 Verkäufer sahen ihre schwere Sportmaschine nie mehr wieder. Jetzt sitzt der 37-Jährige vor Gericht.
Er hatte es vor allem auf Suzuki und Yamaha abgesehen. Auf schwere 1000er, meist um 8000 Euro wert. Cevdet A. riss sich in anderthalb Jahren 20 Sportmaschinen unter den Nagel – mit einer dreisten Betrugsmasche. Die Tatorte: Bonn, Bornheim, Königswinter, Euskirchen, Köln. Gesamtschaden: rund 150 000 Euro.
In seinem Betrugsprozess zeigte sich der Angeklagte gestern geständig.
Und so lief es ab: Cevdet A. reagierte auf Internet-Anzeigen von Privatleuten, die ihre Motorräder verkaufen wollten. Der angebliche Interessent verabredete einen Termin, gaukelte begeistert Kaufinteresse vor. Dann überredete er die Verkäufer zu einer Probefahrt.
Er setzte sich auf die Maschine, bog um die nächste Ecke – und kam nicht mehr zurück. Eine halbe Stunde später schickte er den Betrogenen eine freche SMS. Jedesmal der Inhalt: „Du kannst das Motorrad als geklaut melden. Aber mache es schlau und verschweige, dass es bei der Probefahrt passiert ist. Sonst kriegst du von der Versicherung gar nichts.“
Als Pfand hatte Cevdet A. stets seinen Rucksack da gelassen. Eine Finte: Der Beutel war leer. Oder er ließ seinen Wagen stehen – Schrott-Auto mit falschen Kennzeichen.
Auf der Flucht stellte sich A. im Mai freiwillig der Polizei. Der Dieb sagte aus: „Ich habe es für einen Auftraggeber gemacht. Für jede Maschine kassierte ich 500 Euro, brachte sie in eine Halle im Krefelder Industriegebiet. Der Prozess wird fortgesetzt.
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