Empfehlen | Drucken | Kontakt08.02.2010 - 17:14 Uhr

Unfallstatistik: Der Tod rast immer öfter mit

Von IRIS KLINGELHÖFER
In diesem Smart starb Noah (10).
In diesem Smart starb Noah (10).
Foto: Erhard Paul
Bonn –  

Noah wurde nur zehn Jahre alt - er starb Ende März als Beifahrer im Smart. Gut zwei Monate später verunglückten Stefan H. (40) und Maria F. (41) im geliehenen Porsche - tot gerast! Drei Schicksale, die den traurigen Trend in der Unfallstatistik 2009 deutlich machen: mehr Crashs wegen überhöhter Geschwindigkeit, mehr Tote.

Am Montag stellte Bonns Polizeipräsident Wolfgang Albers die Zahlen vor. Demnach krachte es 15.014 Mal im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei - so oft, wie noch nie! 15 Menschen (2008: 13) starben - sechs davon bei „Raser“-Unfällen!

11. Juni. Fronleichnam. An dem Tag raste Stefan H. sich und seine Bekannte Maria F. tot. Der Fitness-Studio-Betreiber hatte sich von einem Freund dessen Porsche Carrera geliehen. 385 PS. Power, mit der der 40-Jährige keine Erfahrung hatte. Prompt geriet der Sportwagen in Bornheim ins Schleudern, knallte in einen BMW.

Die Beiden hätten wahrscheinlich eine Chance gehabt - bei geringerem Tempo. 100 km/h waren erlaubt, laut Gutachten fuhr Stefan H. aber zwischen 120 und 140 Stundenkilometern - und das auf regennasser Fahrbahn!

„Wer rast, riskiert folgenschwere Verkehrsunfälle“, so PP Albers. Ein Appell besonders an junge Erwachsene (18- bis 24-Jährige). Wegen Imponiergehabe, Selbstüberschätzung, wenig Fahrerfahrung sind sie in jeden fünften Unfall verwickelt, wo überhöhte Geschwindigkeit Ursache ist!

Im Kampf gegen eine der Hauptunfallursachen beteiligt sich die Bonner Polizei in den nächsten Monaten an der NRW-Anti-Raser-Kampagne und den europaweiten Sonderkontrollen „TISPOL Speed“.

Auch Fußgänger leben in Bonn gefährlich. Verunglückten 2008 „nur“ 230 von ihnen, waren es im letzten Jahr 284. Polizeioberrat Jürgen Marten: „Sorgen bereiten uns dabei Kinder als Fußgänger.“ Trotz Präventionsprojekten und Verkehrsüberwachungsmaßnahmen stieg die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Pänz auf 205 (2008: 190).

Wolfgang Albers' gute Nachrichten: Die Zahl der schwerverletzten Unfallopfer ging im letzten Jahr nochmals zurück und es verunglückten weniger Radler (auch Kinder).

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