Es ist eine Beerdigung erster Klasse:
Das Festspielhaus Beethoven wird nicht gebaut! Darauf haben sich die Stadtspitze und die Chefs der drei Dax-Unternehmen Post, Telekom und Postbank geeinigt. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, die Finanzkrise der Stadt habe keine andere Entscheidung zugelassen.
In meinem Herzen habe ich sicher keine Jubelgesänge angestimmt, aber mein Kopf sagt ganz klar: Richtige Entscheidung“, meinte gestern OB Jürgen Nimptsch. Weitere Gründe für das Aus des Festspielhauses: Nicht geklärte Fragen zum Denkmalschutz und die Ablehnung eines Beethovenhallen-Abrisses bei Teilen der Bevölkerung.
Die Gegner eines Abrisses der Beethovenhalle hätten „mit Leichtigkeit genügend Stimmen zusammenbekommen“, meinte Nimptsch. Die Spitzen-Runde einigte sich darauf, dass die Stadt jetzt ein „ganzheitliches Konzept für den Kulturstandort Bonn“ vorlegen soll.
Am teuersten kommt das Ende der Träume die Post zu stehen: Sie hat in den hochkarätigen Architekten-Wettbewerb und andere Maßnahmen rund zwei Millionen Euro investiert. Insgesamt wollten die drei Firmen 75 Millionen Euro in den Bau stecken, der Bund hätte sich am laufenden Betrieb mit 39 Millionen Euro beteiligt.
Entsetzen und Enttäuschung: Das sind die Reaktionen auf die Entscheidung. Monika Wulf-Mathies vom Verein der Festspielhaus-Freunde sagte: „Wir können nicht verstehen, dass die Stadt diese einmalige Chance nicht ergreift!“ Es stelle sich die Frage, wie Bonn in Zukunft als Beethovenstadt auftreten wolle.
Darum geht es auch Ilona Schmiel, der erfolgreichen Intendantin des Beethovenfestes. Sie fragt: Wo, bitte schön, sollen denn in Zukunft all die tollen Orchester und Solokünstler in Bonn spielen? Sicher nicht in der Beethovenhalle. Schmiel: „In ihrem jetzigen Zustand ist sie dazu nicht geeignet.“
Die Leiterin der „Musikalischen Jugendarbeit in Bonn“, Solveig Palm, kommentiert verbittert: „Beethoven, ade! Such dir eine andere Heimat! Das Volk der Bedenkenträger hat keinen Ort mehr für dich.“
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