Ein Fall von Untreue beim Deutschen Presserat: Eine 35-jährige Buchhalterin hatte Gelder auf ihr eigenes Konto geschleust. Schaden: Rund 25.000 Euro. Jetzt saß die Bonnerin vor Gericht.
Seit fast vier Jahren arbeitete Dorothea S. (Name geändert) beim Presserat in der Buchhaltung. Nach einem Jahr durfte sie für ihren Arbeitgeber auch den Zahlungsverkehr abwickeln. Und sofort ging es los: Dorothea überwies mit einem Trick Gelder auf ihr eigenes Konto.
Die Masche: Dorothea S. legte bereits beglichene Rechnungen den zwei Geschäftsführern noch einmal vor. Die Chefs merkten von den Manipulationen nichts.
Doch bei einer Prüfung flog die Sache auf. S. zahlte mit monatlichen Raten von 1000 Euro den Schaden ab. Und landete jetzt wegen Untreue auf der Anklagebank. Einen Teil des Schadens hat die Staatsanwaltschaft zur Anklage gebracht.
Dorothea S. ist nur auf Bewährung auf freien Fuß. Schon bei ihrem vorherigen Arbeitgeber hatte sie Gelder in die eigene Tasche gesteckt - 84 000 Euro. Ihr Motiv: S. regelte Finanzprobleme in der ganzen Familie. Das Amtsgericht hat sie dafür im September 2008 zu 20 Monaten Knast verurteilt.
Staatsanwalt Johannes von Depka-Prondzynski sah das Ende der Fahnenstange erreicht. Er forderte 18 Monate Gefängnis. Das Schöffengericht gab S. jedoch noch eine Chance, setzte die Strafe zur Bewährung aus: 22 Monate.
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