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Bronzebücher in Bonn: Bücherverbrennung: Mahnmal auf dem Marktplatz eingeweiht

10. Mai 2013: Auf großes Interesse stieß  die Einweihung des Mahnmals zur Bücherverbrennung. Hier wird das große Laken von Bonnern zusammengerollt, das zuvor die  im Marktpflaster eingelassenen Bronzebücher verhüllt hatte.
10. Mai 2013: Auf großes Interesse stieß die Einweihung des Mahnmals zur Bücherverbrennung. Hier wird das große Laken von Bonnern zusammengerollt, das zuvor die im Marktpflaster eingelassenen Bronzebücher verhüllt hatte.
Foto: Kuffner
Bonn –  

Der Bonner Marktplatz am 10. Mai vor genau 80 Jahren: „Langsam schoben sich die braunen Kolonnen der Nationalsozialisten und dann das Feldgrau des Stahlhelms zwischen die Mauern der Bevölkerung hindurch auf das weiße Karree“, berichtet der Bonner General-Anzeiger. „Der Markt war gefüllt…"

Die aus Bronze bestehenden Bücher.
Die aus Bronze bestehenden Bücher.
Foto: Erhard Paul

Die Massen warten im Regen auf einen „Termin“ der Nazi-Kampagne „Aktion wider den undeutschen Geist“: Um 24 Uhr ist es dann so weit: Auch in der Universitätsstadt Bonn gehen „zersetzende jüdische und marxistische Schriften“ auf einem Scheiterhaufen in Flammen auf.

Um daran zu erinnern, ist jetzt vor dem Alten Rathaus das Mahnmal zur Bücherverbrennung eingeweiht worden. 60 bronzene Lesezeichen mit Buchtiteln von Autoren wie Kurt Tucholsky, Franz Kafka, Heinrich Mann oder Karl Marx sind in das Pflaster des Marktplatzes eingelassen worden.

Der 10. Mai 1933: Etliche Bonner waren auf den Marktplatz gekommen, um bei der Bücherverbrennung dabei zu sein.
Der 10. Mai 1933: Etliche Bonner waren auf den Marktplatz gekommen, um bei der Bücherverbrennung dabei zu sein.
Foto: privat

60 000 Euro hat das Mahnmal gekostet, das aus Spenden finanziert wurde. Ein Projekt, das bei den Bonnern offensichtlich sehr gut ankommt: Viele waren zur Einweihung in die City gekommen.

Eine Lesung aus Büchern, die 1933 verbrannt worden waren, musste zuvor sogar vom Alten Rathaus in die Uni verlegt werden, weil der Andrang mit 400 interessierten Bonnern zu groß war.

Kritische Worte von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch darüber, wie lange es gedauert hat, bis man sich in Bonn „unserer Geschichte“ genähert hat. Umso größer seine Freude darüber, dass „das längst überfällige Erinnerungsmal“ jetzt vor dem Alten Rathaus enthüllt werden konnte.

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