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Bonner Team gibt Vollgas: Formula Student: Von Uni auf 100 in 3,5 Sekunden

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Das BRS-Motorsport Team posiert bei den Eindhoven Open 2013. Im Rennanzug stecken Benedikt Wiencke, Tom Lutum, Lukas Gemein (v.l.).
Das BRS-Motorsport Team posiert bei den Eindhoven Open 2013. Im Rennanzug stecken Benedikt Wiencke, Tom Lutum, Lukas Gemein (v.l.).
 Foto:  BRS Motorsport
St. Augustin –  

Von Null auf Hundert in 3,5 Sekunden, 200 km/h Spitze. Andere Studis spielen Fußball oder Basketball, die Jungs und Mädels der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg geben Vollgas: Sie entwickeln und bauen lieber Rennwagen, fahren damit in der „Formula Student“-Rennen in ganz Europa.

"Ein Satz Reifen geht in der Regel bei den Rennen drauf“, erzählt Teamchef Matthias Metzen (23, Maschinenbau-Student) von BRS Motorsport. Erst seit Mittwoch ist der Wagen wieder zurück von Testrunden aus Friedrichshafen.

Vor sechs Jahren begannen die Studis der Fachhochschule Rhein-Sieg damit, Rennkisten zu entwickeln - inzwischen mit eigenem Verein (Weltranglistenplatz 150 von 520). Rund 100 000 Euro stecken alleine an Materialwert in den Renn-Schlitten. Ohne Sponsoren geht da nichts: Firmen unterstützen die Studis.

Das Bonner Team hat sechs Fahrer, wer hinters Steuer will, muss sich vor der Saison auf der Kart-Bahn behaupten. Die vier Gewinner dürfen dann in den Renn-Boliden zum Beispiel in Hockenheim an den Start gehen. Insgesamt dürfen dort 120 Teams starten. „Meist gibt es doppelt so viele Bewerber.“ Deshalb müssen die Teams in Hockenheim erst ein Quiz lösen. Wenn sie weiterkommen, werden 750 Euro Gebühr fällig, erst dann geht es an den Start.

Lukas Gemein (21) im „Winged Hannah“. Der Wagen gerade mal 1 Meter hoch, 1,50 Meter breit und kaum länger.
Lukas Gemein (21) im „Winged Hannah“. Der Wagen gerade mal 1 Meter hoch, 1,50 Meter breit und kaum länger.
 Foto: BRS Motorsport

Rund 50 Teams gibt es in Deutschland. Fast alle fahren noch mit Verbrennungsmotoren. Derzeit proben die BRS-ler den Umstieg auf Elektroflitzer. „Die Schwachstelle ist aber die Batterie“, gibt Metzen zu. So können die Lithiumzellen rasch Feuer fangen!

Auch sonst ist die Fahrt nicht ganz ungefährlich für die Fahrer. Radaufhängungen, Lenksysteme, Bremsen – jedes Team baut, probiert und konstruiert selbst. „Das sind von Studenten entwickelte Prototypen, da passiert immer etwas. Das technische Reglement lässt den Teams viele Freiheiten.“ Da kommen auch mal Kabelbinder und Panzerband zum Einsatz. Nur bei der Sicherheit setzt die Formula Student enge Grenzen. Sicherheitstests, spezielle Gurte und Rennkleidung sind Pflicht.

Und bei der Formula Student zählen nicht nur Pisten-Erfolge: Bewertet werden auch Dinge wie Technik, Managementkonzepte und Marketing. Metzen schwärmt: „Man will technisch ans Limit und vor die Konkurrenz kommen.“ Es sei die Faszination Motorsport, verbunden mit der Ingenieurausbildung.

Nettes Nebenergebnis: Es gibt einen deutlichen Vorteil bei der Jobsuche.

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