Empfehlen | Drucken | Kontakt09.03.2008 - 00:00 Uhr

Von Potenz bis Penisgröße: Bonner Professor bricht Männer-Tabus

Von JAN-H. STELLMACHER
Professor André Reitz ist der „Anwalt der Männergesundheit.“
Professor André Reitz ist der „Anwalt der Männergesundheit.“
Foto: Goyert

Bonn - Mein Haus, mein Auto, meine Yacht... Die meisten Männer wissen mehr über ihre Besitztümer und ihren Fußballverein als über ihre Prostata. Das will der Bonner Professor André Reitz mit seinem mutigen Buch: „Vom Bauchnabel abwärts“ nun ändern.

Und dabei nimmt der 37-Jährige, der auch in New Orleans studierte, kein Blatt vor den Mund, räumt humorvoll auf mit Tabus und scheinbaren Erfahrungswerten.

So verweist er gleich zu Beginn seines Buches Alltagsweisheiten wie: „Wie die Nase eines Mannes, so auch sein Johannes“ oder auch allerhand Schuhgrößenvergleiche ins Reich der Mythen und Märchen: „Einzig die Länge des Zeigefingers ist in einer Studie unter griechischen Männern mit der Penislänge vergleichbar“, so Prof. Reitz. Was viele Männer überraschen dürfte: Viel entscheidender als die Länge ist, laut dem Wissenschaftler, sowieso die Dicke des Organs.

Doch nicht nur allerhand Größen- und Längenvergleiche werden in dem Buch angestellt. Auf 177 Seiten widmet sich Reitz, fast immer mit einem Augenzwinkern, den männlichen Tabuthemen. Von der Erektionsstörung über den Penis-Bruch und Geschlechtskrankheiten bis zu den Zipperlein des Mannes ab 60 spart er nichts aus.

„Durch das Buch möchte ich das Gesundheitsbewusstsein vieler Männer ändern. Denn während Frauen es gewöhnt sind, spätestens ab dem 16. Lebensjahr regelmäßig zum Frauenarzt zu gehen, sind Männer da eher Gesundheitsmuffel. Dabei funktioniert ihre Prostata ähnlich wie ein Auto. So wie ich mit der Kiste regelmäßig zum TÜV muss, sollten Männer ab 50 einmal im Jahr zum Prostata-Check.“

Erklärt Reitz, der gerade eine in Deutschland einzigartige Stiftungsprofessur für Neuro-Urologie an der Bonner Uni-Klinik antrat.Was passiert, wenn Mann sich nicht daran hält, hat der Professor, der schon in Heidelberg, Zürich und Paris arbeitete, oft im Klinikalltag erlebt: „Ich erinnere mich da zum Beispiel an den Fall eines Patienten aus meiner Züricher Zeit. Der Mann kam mit starken Rückenschmerzen in die Klinik. Es stellte sich heraus, dass er unter Prostata-Krebs litt, der schon Metastasen im Rücken gebildet hatte. Wäre er zur Vorsorge gegangen, hätte man das verhindern können.“„Vom Bauchnabel abwärts“ erscheint im Hirzel-Verlag für 24 Euro.

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