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Express.de | Bonner Fall macht fassungslos: Intensivtäter Hassan (14): Das Protokoll einer vergebenen Chance
17. February 2015
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Bonner Fall macht fassungslos: Intensivtäter Hassan (14): Das Protokoll einer vergebenen Chance

Silvesterabend brannten in der Tiefgarage Posener Weg mehrere Autos. Die Tat soll auf Hassans Konto gehen.

Silvesterabend brannten in der Tiefgarage Posener Weg mehrere Autos. Die Tat soll auf Hassans Konto gehen.

Foto:

WHS

Bonn -

Mit zwölf war er schon ein Serien-Dieb mit dicker Strafakte: Der Fall Hassan B. (14, Name geändert) macht fassungslos. Der junge Tannenbuscher sollte in Südfrankreich resozialisiert werden, doch Hassan benahm sich dort so schlecht, dass die Maßnahme abgebrochen wurde. Das Protokoll einer gescheiterten Chance…

Als Hassan 2013 geschnappt wurde, weil er mit einer Bande Motorroller klaute, hätte sich das Leben des damals zwölfjährigen Intensivtäters zum Guten wenden können. In Absprache mit dem Jugendamt wurde er am 30. Oktober 2013 in den Flieger gesetzt – Cote d’Azur statt Tannenbusch-Platte!

„Grundsätzlich gilt, dass extrem verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen manchmal nur ein totaler Wechsel ihres sozialen Umfeldes hilft, um aus ihren negativen Mustern herauszukommen“, erklärt Elke Palm vom städtischen Presseamt.
EXPRESS erfuhr: Die Stadt war bereit, fast 500.000 Euro in Hassan B. zu „investieren“! Bis zu seiner Volljährigkeit sollte er in einer speziell ausgebildeten Familie bei Marseille leben.

„Kinder, die in solchen Projektstellen untergebracht sind, bekommen zunächst Sprachunterricht und Nachhilfe über eine Privatlehrerin“, so Palm. Dazu gibt es rund 200 Taschengeld im Monat.

In Bonn soll Hassan überhaupt nicht zur Schule gegangen sein, stattdessen hatte er nur Roller-Klau im Kopf. Zeitweise war er im „Kiz“ (Kinder- und Familienzentrum der Lebenshilfe) untergebracht, weil auch seine Eltern, Marokkaner, mit ihrem kriminellen Sohn völlig überfordert waren.

Und in Südfrankreich? Dort kam der Teenie auch nicht klar. Die Maßnahme musste vorzeitig beendet werden. „Gründe für einen Abbruch sind straffälliges Verhalten im Gastland sowie eine mangelnde Mitwirkung über einen längeren Zeitraum und ein häufiges Entweichen aus der Projektstelle“, erklärt Sprecherin Palm.

Zurück zu Hause bei seinen Eltern in Tannenbusch wurde Hassan B. prompt wieder straffällig. Silvesterabend sowie am 8. Januar 2015 zündete er in zwei Tiefgaragen mehrere Fahrzeuge an und richtete hohen Sachschaden an.
Wenige Tage nach der zweiten Brandstiftungen wurde Hassan 14 Jahre alt und damit strafmündig. Bei einer erneuten Straftat droht ihm jetzt Jugendknast. Aber, ob er wenigstens das kapiert hat?