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Bonn: Kommt jetzt das Verbot für Wildtiere im Zirkus?

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Nicht artgerecht und vom Publikum oft nicht mehr gewünscht: ein Löwe in einer Zirkusvorstellung.

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Bonn -

Löwen, die durch Reifen springen. Oder Elefanten, die auf den Hinterbeinen tanzen: Das wollen die meisten Zuschauer nicht mehr. Und am 10. Dezember könnte der Bonner Rat dieses Wildtierverbot auch endlich durchsetzen – über einen Kniff…

Denn die Kommunalpolitiker hatten schon 2012 versucht, für die Stadt ein Verbot durchzusetzen. Einstimmig beschloss der Rat, dass Zirkusse mit Wildtieren in der Bundesstadt nicht willkommen sind. Doch damals hatte man die Rechnung ohne die Bezirksregierung Köln gemacht: Die kippte den Beschluss von CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken und Bürger Bund Bonn.

Grund: Tierlehrer hatten sich beschwert, sahen ihre Berufsausübung gefährdet. Auf eine drohende Klagewelle hatte man 2012 weder bei der Bezirksregierung noch in Bonn Lust.

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Elefanten wollen die meisten lieber in Freiheit sehen.

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Doch jetzt nimmt Bonn sich das Wildtier-Verbot noch mal vor! Linken-Fraktionschef Michael Faber fand einen „Kniff“, mit dem den Manegen-Spielen von Löwe und Co. ein Ende gesetzt werden kann.

2012 konnte die Bezirksregierung das Wildtierverbot kippen, weil es sich um einen Beschluss des Rates handelte. Dessen Entscheidungen werden in Köln grundsätzlich juristisch geprüft. Ganz anders aber sieht die Sache aus, wenn die Stadtverwaltung sich selbst ein solches Verbot auf die Fahnen schreibt: Bei der Vergabe der städtischen Grundstücke für einen Zirkus steht dann eben im Vertrag, dass dort keine wilden Tiere gehalten werden dürfen. So macht es zum Beispiel Köln.

Der Bonner Weihnachtszirkus, der ab 18. Dezember an der Beethovenhalle gastiert, ist der Politik schon voraus: „Wir kommen in diesem Jahr ganz ohne Wildtiere“, sagt Zirkus-Sprecher Thomas Lenz. „Sie sind einfach nicht mehr zeitgemäß, werden vom Publikum nicht gewünscht.“