Bonn - Großer Erfolg für den Zoll: Er legte einer international agierenden Khat-Bande das Handwerk, die 6,5 Tonnen der Droge geschmuggelt hat. Der 41-jährige Drahtzieher kommt aus Bonn und sitzt bereits in U-Haft.
Der entscheidende Hinweis kam aus Finnland: Der deutsche Zoll wurde von den nordeuropäischen Kollegen auf hohe Geldtransfers aufmerksam gemacht, die von Finnland nach Bonn flossen.
Abnehmer war ein Deutsch-Somalier in Bonn, der von Sozialleistungen lebte. Die deutschen Ermittler hatten einen Ansatzpunkt - und deckten damit das gesamte Drogennetzwerk auf.
Umschlagsplatz des Khats waren die Niederlande. Weil die Blätter des ostafrikanischen Strauchs dort nicht unter das Betäubungsmittelrecht fallen, gilt Holland als Einfallstor in den EU-Raum.
Von Bonn aus geplant, fuhren Kuriere über die Grenze und schmuggelten die Pflanze nach Deutschland. In einer Kölner Garage wurde umgepackt. Von hier wurde der deutsche und auch der finnische Markt bedient. Mehrmals in der Woche flogen die 50 teils noch minderjährigen Kuriere nach Helsinki. Die Abnehmer: Meist Somalis, die die Droge aus ihrer Heimat kennen.
Innerhalb der EU hatten die Kuriere leichtes Spiel. Kofferweise brachten sie das Aufputsch-Gewächs nach Helsinki. Rüdiger Hagen vom Zoll: „Da Khat wie ein Gemüse aussieht und keinen charakteristischen Eigengeruch hat, erregt es kein Aufsehen.“
Bis die Zollfahnder zuschlugen und umfangreiches Beweismaterial sicherstellten. Mit 6,5 Tonnen hatte die Bande den florierenden Handel betrieben und einen Umsatz von einer Million Euro gemacht.
Ab dem 27. Juni müssen sich der Drahtzieher und zwei Mittäter aus Köln und den Niederlanden (48 und 42) vor dem Bonner Landgericht verantworten.
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