Erst rockten sie in einer Band, dann verlegten sie sich auf lukrativere Cyber-Kriminalität: Vier Männer (21 bis 37) spezialisierten sich auf Datenraub, zockten so 40.000 Euro ab. Die Staatsanwaltschaft wirft der Betrüger-Bande satte 524 Straftaten vor. Es ist nur die Spitze des Eisberges. Und ein reiner Zufallsfund. Denn Haupttäter Alexander M. ging den Fahndern nur ins Netz, weil er seine Sozialstunden nicht abgeleistet hatte.
Als die Polizei an seiner Tür klopfte und ihn festnahm, saß der 24-Jährige vorm Computer. Was die Experten darauf fanden, könnte die vier Männer nun lange ins Gefängnis bringen.
Kennengelernt haben sich die teils verwandten Bandenmitglieder als Musiker in einer Band oder in einem Internetnetzwerk, wo Ganoven auch Ideen zur Cyber-Kriminalität austauschten. Dann legten die vier jungen Männer aus Bonn und Essen los.
Auf der Liste ihres Datenraubs: Kundendaten von T-Online-Kunden, Softwareschlüssel für Computerspiele wie „World of Warcraft“ und „Nero 9“, Karten für Packstationen der Post.
Entweder wurde Geschädigten Geld über die Telefonrechnung abgezogen oder die Täter bestellten mit falschen Identitäten Waren, die sie nicht bezahlten.
Außerdem hackte die Cyber-Bande Ebay-Accounts und fälschte Bahntickets, natürlich für die 1. Klasse.
Staatsanwalt Ulrich Stein hält die angeklagten 524 Fälle nur für die Spitze eines Eisberges. Hier geht es nur um Taten, die zwischen Dezember 2008 und Anfang 2010 begangen wurden. Bald stehen die Männer in Bonn vor der 2. Großen Strafkammer.
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