Bonn
Die neusten Nachrichten und Berichte aus Bonn und Umland.

Empfehlen | Drucken | Kontakt

Beamter auf dem Weg zum Dienst: Rentner zeigt Zivil-Polizist den Stinkefinger

Von
Der freundliche Gruß unter Autofahrern...
Der freundliche Gruß unter Autofahrern...
Foto: Petra Bork / pixelio.de
Bonn –  

17. Mai 2011: Kurz nach 16 Uhr ist Polizist Helge F. (51, Name geändert) unterwegs zum Dienst. Als er sich an einer Baustelle auf der A 3 auf den rechten Fahrstreifen einordnen will lässt ihn ein Golf-Fahrer nicht... „Erst wollte der mich nicht in die Reihe lassen, drängte mich ab“, so der Oberkommissar. „Als der Fahrer dann den Stinkefinger zeigte, reichte es.“

Der Beamte setzt sich in den Dienst (siehe Infokasten), informiert per Handy die Kollegen und folgt dem schwarzen Golf. Hintereinander fahren sie von der A 3 ab. An einer Ampel ruft F. dem Fahrer zu: „Ich bin Polizist, bitte halten Sie.“

Doch erst im Gewerbegebiet Rottbitze stoppt der Österreicher in einer Sackgasse. Helge F. steigt aus (er trägt nur Zivil-Kleidung), hält seinen Dienstausweis ans Fenster. Als der Mann (69) das Fenster herunterlässt, greift F. ins Auto, um den Zündschlüssel zu ziehen. „Ich wollte ihn an der Flucht hindern“, sagte F. vor Gericht.

Der Rentner soll dann das Lenkrad so verdreht haben, dass sich F. am Arm verletzte. Deshalb forderte der vor der 8. Zivilkammer 700 Euro Schmerzensgeld. Vorsitzender Roland Ketterle: „Ein Vorfall, den man Wild West auf der Autobahn nennen könnte. Das ist aus dem Ruder gelaufen.“

Laut Richter sei es nachvollziehbar, dass sich der 69-Jährige von Helge F. bedroht gefühlt habe. Ein für die Verhängung von Schmerzensgeld nötiges Verschulden des Rentners könne man nicht erkennen, so Ketterle: „Wir haben eine Eins-zu-Eins-Situation und keinerlei objektive Beweise.“ Heißt: Aussage steht gegen Aussage. Die Klage habe daher keine Aussicht auf Erfolg, so die Richter.

Ein Polizist hat nie Feierabend

Kann sich ein Polizist einfach selbst in den Dienst versetzen? Ja, muss er sogar, erklärt Polizeirechts-Experte Christoph Arnold (41): „Ein Polizist ist verpflichtet, einzuschreiten, wenn er Straftaten bemerkt.“ Übrigens: Ihre Waffe lassen die meisten Polizisten nach Feierabend auf der Dienststelle. Wer sie heimnehmen will, braucht eine Genehmigung.

Weitere Meldungen aus dem Bereich Bonn
Nach diesem Mann fahndet die Polizei.
Bonner Polizei fahndet
EC-Karte geklaut - Betrüger ergaunert 1000 Euro

Die Bonner Polizei fahndet mit einem Bild aus einer Überwachungskamera nach einem mutmaßlichen EC-Karten-Betrüger.

Pfützenlandschaften auf den Bahnsteigen bilden sich schon nach kleinen Regengüssen.
Dach am Hauptbahnhof
Deutsche Bahn lässt Bonner im Regen stehen

Seit Jahren schon braucht der Hauptbahnhof eine Generalsanierung. Doch die Bahn schiebt das Dach aufs Abstellgleis und kümmert sich nicht.

Entsetzt schaut sich ein Passant das tiefe Loch neben dem Kanaldeckel an.
Fahrbahndecken brechen ein
Auch Straßen sind löchrig wie Käse

Der Schaden kann gefährlich sein, denn Busse und Autos rollen immer wieder über kaputte Fahrbahnen. Aktuell ist die Viktoriastraße betroffen.

Kinoprogramm
Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute:
FACEBOOK
EXPRESS Bonn on Facebook
Bonn-Galerien
News aus Bonn
Alle Videos
Unser Veedel